Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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den  14.  Oktober.
Die  Franzosen  müssen  noch  immer  unsre  Verzweiflung  fürchten.
  Heute  wurde  nochmals  alles  etwa  zurückbehaltene  Gewehr
jeder  Art  bei  Vermeidung  militärischer  Haussuchung  und  Todesstrafe
  für  die  Contravenienten  von  uns  abgefordert.  Alles  ist
jetzt  beschäftigt  die  vergrabenen,  vermauerten,  in  den  Brunnen  versäuften
  und  an  tausend  Orten  verborgenen  Thaler  zusammen  zu
suchen,  ein  Geschäft,  welches  bei  unsrer  starken  Einquartierung  mit
vielen  Jnconvenienzen  verbunden  ist,  um  solche  auf  das  Rathhaus
zu  schleppen.  Mit  vieler  Mühe  hat  der  Stadtmagistrat  eine  Verlängerung
  des  Termins  auf  so  lange  erhalten,  daß  das  Geld
ordentlich  gezählt  werden  kann,  welches  wegen  der  Aufsuchung  der
verborgenen  Gelder  unumgänglich  nöthig  war.  Während  wir  unsre
Thaler  ans  Tageslicht  und  dann  wieder  in  die  Hölle  fördern,  amüsirten
  sich  die  Franzosen  mit  Schießen  auf  die  Deutschen.  Dieses  ist
schon  seit  einigen  Tagen  ihr  gewöhnlicher  Zeitvertreib,  welchen  sie
sich  auf  höhern  Befehl  machen  müssen.  —  Alle  Tage  ziehen  solche
schaarenweise,  von  jeder  Kompagnie  5  bis  10  Mann,  aus,  gehen  ins  Feld
und  feuern  unaufhörlich  bis  zur  Erschöpfung  ihrer  Patrontasche  gegen
die  Deutschen.  Freilich  wird  dabei  diesen  sehr  wenig  und  nur
dem  Pulver-  und  Bleivorrath  der  Franzosen  Schaden  zugefügt,
indem  sie  sich  wohlbedächtig  immer  in  einer  ehrfurchtsvollen  Entfernung
  von  einigen  tausend  Schritten  halten.  Aber  dennoch  wird
dadurch  der  Endzweck  erreicht  den  Soldaten  Beschäftigung  zu
geben,  den  Muth  zu  erheben  und  sie  vom  Nachdenken  über  ihre
kritische  Lage  abzuhalten.  Wenn  solche  Abends  oder  Mittags  von
ihrer  Jagd  zurückkehren,  wissen  sie  mächtig  viel  von  ihren  Heldenthaten
  ihren  Kameraden  zu  erzählen,  und  ehe  eine  halbe  Stunde
vergeht,  erzählt  die  ganze  Armee  von  den  Preußen  zu  Fuß  und
zu  Pferd,  welche  heute  von  dem  und  jenem  erlegt  worden  sind,
und  jeder  kann  kaum  erwarten,  bis  auch  die  Reihe  an  ihn  kommt
sich  gleich  Lorbeeren  zu  erwerben.  Dabei  ist  noch  der  Nebenvortheil,
  daß  sie  an  diesen  Tirailleurs  eine  sichere  Vorwache  haben
und  hinter  solchen  unsre  Gärten  und  Felder  desto  sicherer  plündern
können.  Nicht  ein  Gewächs,  das  nur  eine  grüne  Farbe  hat,  ist
            
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