Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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bekannt  gemacht  wurde.  Die  Berathschlagnngen  waren  wie  bei
allen  großen  Versammlungen  stürmisch.  Der  vernünftigere  Theil
schwieg  um  sich  keiner  Gefahr  auszusetzen,  weil  man  nicht  ohne
Grund  Aufpasser  und  Rapporteurs  der  Repräsentanten  gegenwärtig
vermuthete.  Das  Resultat  der  Berathschlagnngen  war  endlich  das,
daß  jeder  die  Summe,  welche  er  zu  dieser  Aufforderung  beitragen
wolle  und  könne,  aufzeichnen  ließ,  wodurch  eine  Summe  von
500,000  Livres  gesichert  wurde.  Der  Magistrat  begab  sich  hierauf
mit  einigen  der  angesehensten  Bürger  zu  den  Repräsentanten,
baten  flehentlich  sich  mit  diesen  500,000  Livres  zu  begnügen,  welche
sie  endlich  noch  mit  100,000  zu  vermehren  versprachen,  auch  sich
osterirten  gegen  Nachlaß  der  übrigen  400,000  Livres  ans  die  Millionen
in  Assignaten  Verzicht  zu  thun.  Allein  bei  der  unbändigsten  Freude,
in  welche  die  Gewißheit,  daß  bereits  eine  solche  Summe  vorhanden
sei,  die  Repräsentanten  versetzte  und  welche  sie  auf  die  ungezogenste
Art  äußerten,  blieben  ihre  Herzen  dem  Mitleid  verschlossen.  „Wenn
ihr  in  drei  Stunden  600,000  Livres  zusammenbringen  konntet,  so
könnt  ihr  in  den  übrigen  21  Stunden  auch  noch  400,000  zusammenbringen;
  wo  nicht,  so  werden  wir  militärische  Visitation
anstellen  und  wo  ein  Sechslivresthaler  gefunden  wird,  den  Verhehler
  vor  seiner  Hausthüre  todtschießen  lassen",  dies  war  der
Bescheid,  den  sie  mit  teuflischem  Hohnlachen  ertheilten,  und  womit
sich  die  Supplikanten  in  Todesangst  eiligst  entfernten,  weil  die
Blutigel  zugleich  öffentlich  ihre  Rene  bezeugten,  daß  sie  nicht  statt
einer  zwo  Millionen  gefordert  hätten.  Das  Geld  wird  also  geliefert
  werden  müssen,  und  dagegen  erhalten  wir  Papier,  wovon
das  hundert  gegenwärtig  25,  ja  gegen  Gold  nur  20  Livres  gilt,
welches  bei  dem  verbotenen  Commerce  mit  Frankreich  nicht  den
geringsten  Werth  für  uns  hat  und  wovon  die  Repräsentanten
selbst  eine  Million  nicht  für  400,000  Livres  behalten  wollten.
Ihre  Freude  bewies,  daß  sie  die  Lieferung  der  ganzen  Summe
nicht  erwarteten,  und  wenn  mit  mehrerer  Fürsicht  und  Vernunft
gehandelt  worden  wäre  oder  man  solches  bei  der  Furcht  vor  Verräthern
  hätte  thun  können,  würden  wir  vielleicht,  jedoch  nur  vielleicht,
  einen  ansehnlichen  Rabatt  erhalten  haben;  dies  ist  aber  vorbei,
  und  die  hochweisen  Herren  sind  jetzt  klüger  als  sie  in  der
            
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