Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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sein  würdiger  Compagnon  Archier.  Die  Veranlassung  war  der
Rapport  einiger  preußischen  Deserteurs,  welche  am  7ten  Morgens
ankamen,  und  welcher  enthielt,  daß  eine  erwartete  Verstärkung  bei
den  Deutschen  angekommen  und  nunmehr  ehester  Tage  der  Angriff
auf  Saarbrücken  gemacht  werden  sollte.  Nun  war  Ehrmann  in
Verzweiflung  eine  feindliche  Stadt  zu  verlassen  ohne  sich  als  Volks  -
repräsentant  gezeigt  und  seine  ganze  Macht  und  Energie  deployirt
zu  haben,  und  Archier  schäumte  für  Wuth  de  Mitter  une  ville  si
riche,  sans  ravoir  entièrement  vidée.  Nur  8  Tage  Zeit  wünschte
er  sich  noch.  Mit  einem  falben  Dutzend  Flaschen  Burgunder
suchten  sie  Wuth  und  Verzweiflung  zu  bekämpfen,  und  nun  fiel
ihnen  die  Aussage  jener  ersten  Ausreißer  ein,  daß  die  Deutschen
die  Städte  aus  Furcht,  die  Franzosen  mochten  solche  in  Brand
stecken,  am  29ten  September  nicht  angegriffen  hätten,  und  der
Rausch  gebar  den  Entwurf  durch  ein  großes  Exempel  den  Deutschen
zu  zeigen,  daß  sie  sich  nicht  betrogen  und  die  Republikaner  dieser
Großthat  fähig  seien.  Daniit  war  der  Brand  des  Schlosses  decretiret.
Schurken  von  Kanoniers  machten  die  Anstalten  dazu,  streuten  Pechkränze
  und  Stroh  auf  die  Schloßböden,  hieben  Löcher  in  die  Dächer
um  die  Zugluft  zu  vermehren*)  und  steckten  Abends  das  Schloß
an,  das  auch  in  5  Minuten  in  Hellen  Flammen  stund.
Der  größte  Theil  der  Ofsiziers,  besonders  der  kommandirende
General  Delaunay  ist  äußerst  aufgebracht  und  hat  dem  Repräsentanten
  ohne  sich  merken  ju  lassen,  daß  er  ihn  und  Consorten  für
die  Urheber  hielt,  die  Wahrheit  aufs  derbste  gesagt,  indem  er  ihm
bewies,  daß  bei  der  durch  diesen  Vorfall  erregten  Unordnung,  da
in  der  ersten  Bestürzung  die  Munitionswagen  nach  St.  Johann
und  die  Kanonen  außerhalb  Saarbrücken  geschleppt  wurden,  die
Soldaten  zum  Theil  sich  retirirt  hatten,  theils  nur  mit  Mühe  zum
Stehenbleiben  gebracht  werden  konnten,  und  die  Bürger  in  Wuth
gesetzt  waren,  bei  einem  Angriff  der  Deutschen  an  keinen  Widerstand
  zu  denken  sondern  alles  verloren  gewesen  wäre.  Er  schwur
*)  Beim  Löschen  fand  man  noch  dergleichen  in  dem  Corps-dc-Logis,  und
die  Kanoniers  sahen  viele  Personen  auf  dem  Schloß  ihr  Wesen  treiben.  Man
achtete  aber  nicht  darauf,  weil  man  glaubte,  sie  wollten  nach  ihrer  Gewohnheit
Blei  stehlen.  Anm.  des  Vers.
            
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