Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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den  8ten  Oktober.
Non  dem  Schloß  sind  nnr  Mauern  noch  übrig,  aus  welchen
der  Ranch  und  zuweilen  eine  kleine  Flamme  empor  steigt,  welche
man  durch  die  Feuerspritzen  alsbald  zu  löschet:  und  dem  Feuer
durch  Ausreißen  des  Gehölzes  die  Nahrung  zu  benehmen  sucht.
Sollten  Sie  sich  wohl  vorstellen,  mein  Freund,  daß  französische
Bosheit  so  weit  gehen  kann  um  auszubreiten,  daß  der  Fürst  selbst
das  Anstecken  des  Schlosses  befohlen  und  die  Einwohner  diesen
Befehl  vollstreckt  haben,  und  daß  französische  Dummheit  so  groß
ist  dieses  zu  glauben'?  Und  dennoch  ist  es  so.  Sobald  die  Soldaten
  diesen  Morgen  vor:  ihrer  Nachtwache  ein  wenig  ausgeruht
hatte::  und  auf  den  Straßen  sich  ihrer  Gewohnheit  nach  in  kleinen
Haufen  zu  sammeln  und  zu  unterreden  anfingen,  sahe  man  sogleich
die  Galgenphysionomien  geschäftig  auf  den  Straßen  herum  streichen,
sich  unter  die  versammelten  Soldaten  mischen  und  Ähren  Kram  auslegen.
  Den  Fürsten  soll  die  Rachsucht  dazu  angetrieben  und  er
solche  in  dem  Feuertod  anderthalb  hundert  kranker  Franzosen  zu
löschen  gesucht  haben.  Wahrlich  ein  großes  Opfer  zu  einem  so
lumpigen  Endzweck!  Und  die  Einwohner  sollen  willig  die  Hände
zur  Ausführung  geboten  haben  theils  aus  eigner  Feindschaft  gegen
die  Franzosen,  theils  um  durch  diesen  Brand  die  Deutschen,  welche
solchen  außerhalb  den  Franzosen  schuld  geben  würden,  zur  Wuth
anzuflammen  und  ihren  Angriff  auf  die  Stadt  zu  beschleunigen-Offiziers
  und  vernünftige  Gemeine  sehen  das  Abgeschmackte  dieser
Verleumdung  ein  und  beanttvorteu  solche  mit  einem  verächtlichen
Stillschweigen.  Aber  der  unvernünftigere  und  also  bei  weitem
größere  Theil  des  Militärs  mißt  ihnen  völligen  Glauben  bei  und
schäumt  Drohungen  und  Verwünschungen  gegen  uns  aus.  Uns  ist
nicht  wohl  bei  der  Sache,  da  die  Absicht  der  Verbreiter  dieser
Verleumdungen  uns  gar  zu  klar  vor  Augen  liegt,  welche  keine  andre
ist  als,  indem  sie  die  Aufmerksamkeit  von  den  wahren  Urhebern
dieser  Schandthat  ab  und  auf  Unschuldige  lenken,  Feindseligkeiten
zwischen  den  Einwohnern  und  den  Soldaten  zu  erregen,  und  diese
zur  Wuth  und  Rachsucht  gegen  uns  zu  entflammen.
Jene  sind  nicht  unbekannt  geblieben.  Sie  sind  Ehrmann  und
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