Full text: Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

143 
auf die Schnaps- und Bierwirthe aus. General Vincent bemühet 
sich mit lobenswürdigem Eifer die Ausschweifungen der Soldaten 
zu hindern und sie von Mißhandlungen der Bürger, welche der¬ 
gleichen zu der Zeit gefährliche Gewerbe treiben, abzuhalten. Des¬ 
wegen kann man es ihm wohl gönnen, wenn er sich für seine Be¬ 
mühung von denjenigen, welche ihn zur Hülfe rufen, eine kleine 
Ergötzlichkeit, z. B. von einem Bäcker 2 Weißbrode und von einem 
Wirth 2 Bonteillen Wein, hat verabreichen lassen, so unanständig 
man es sonst für einen General finden möchte. Die Officiers ver¬ 
einigen ihre ohnmächtigen Bemühungen mit den seinigen, und diese 
sind bei den Unordnungen am meisten interessirt, da sie, während 
die gemeine Soldaten schwelgen, zu rechtschaffen die Ehrmünnische 
Erlaubnis zu benutzen, den bittern Hunger und Durst leiden müssen, 
indem kein Wirth mehr zu Essen geben mag und nichts zu Trin¬ 
ken geben kann. Kein Marketender ans Frankreich wagt es bei 
solcher gefährlichen Lage eine beträchtliche Quantität Lebensmittel 
oder Getränke zu bringen, und was etwa gebracht wird, ist ganz 
enorm theuer, so daß für eine Bouteille elenden Wein 5 Livres, 
für 1 Pfund Käse 2 Livres bezahlt werden muß. 
Ad exemplum der Franzosen fangen die Deutschen ebenfalls 
an Schanzen auszuwerfen. 
den 6 ten October. 
Daß wir heute am heiligett Sonntag schanzen mußten, hat 
hier große Sensation gemacht. Unsre Bigots & Bigottes ver¬ 
sichern, daß die Franzosen blos wegen dieser Sabbathsschändung, 
wozu sie uns zwangen, nicht allein ewig sondern auch zeitlich ge¬ 
straft werden würden. Möchte ihre zeitliche Strafe darin bestehen, 
daß sie ruhig von uns abzögen und sich uns nie wieder ans 20 
Meilen näherten! 
Es scheint, daß die Preußen sich nun auch aus dem Ludwigs¬ 
berg festgesetzet haben. Es war heute ein starkes Plänkeln zwischen 
ihnen und französischen Tirailleurs, und die Franzosen feuerten
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.