Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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sich  in  solchen  zu  halten.  Uebrigens  ist  unser  Wunsch,  daß  die
Ausreißer  diese  wahre  oder  falsche  Erklärung  für  sich  behalten
hätten.

den  3.  October.
Es  ist  den  Franzosen  wirklich  Ernst.  Heute  wurde  mit  den
Verschanzungen  au  dem  untern  St.  Johannes-Thor  der  Anfang
gemacht,  dann  soll  am  Kirchhof  und  dann  am  Oberthor  ein  gleiches
geschehen.  Möchten  die  Franzosen  immer  uns  nach  Herzenslust
einschanzen,  wenn  wir  nur  Glicht  dazu  helfen  müßten.  Aber  diesen
Morgen  erging  der  Befehl  an  den  Stadtmagistrat,  daß  aus  jeder
Stadt  100  Mann  täglich  bei  dem  Schanzen  helfen  und  dabei
jedermann  ohne  Ansehen  des  Standes  und  der  Bedienung
  zugezogen  werden  sollte,  eine  Höflichkeit,  welche  wir
dem  Repräsentanten  Ehrmann,  daß  er  doch  einst  zu  Spandau  dafür
  schanzen  müßte!  zu  danken  haben.  Dieses  wurde  heute  sogleich
  exequirt,  Gensd'armes  begleiteten  die  Gerichtsdiener  beim
Aufgebot,  wenigstens  zu  den  Privilegirten,  um  solchem  desto  mehr
Eingang  zu  verschaffen.  So  weit  ist  es  zwar  noch  nicht  mit  uns
gekommen,  daß  wir  selbst  hätten  gehen  sollen,  allein  wir  mußten
die  Arbeiter,  die  wir  für  uns  stellten,  mit  schwerem  Gelde  bezahlen.

Dem  Militair,  das  sich  innerhalb  die  französischen  Grenzen
wünscht,  gefielen  diese  Bertheidigungsanstalten  gar  nicht,  es  gab
Zusammenlauf,  Kopfschütteln,  Raisonnements.  Ehrmann  fand  aber
ein  Mittel  den  Soldaten  Zerstreuung  und  Muth  zu  verschaffen.
Er  ließ  den  Truppen  bekannt  machen,  daß  die  Wirthe  in  der
Stadt  ihnen  den  Wein  und  andere  Getränke  für  Assignaten  und
zwar  in  der  in  Frankreich  eingeführten  Taxe  zu  geben  schuldig
sein  sollten.  Nun  drang  alles  in  die  Wirthshäuser,  zwang  die
Wirthe  zum  Schenken,  schlug  die  Kellerthüren  ein  und  soff  sich
toll  und  voll.  Die  wenigsten  bezahlten  selbst  die  Kleinigkeit  von
20  Sols  in  Assignaten  (ohngefähr  7  Kr.)  für  die  Bouteille  des
besten  Weins.  Die  Generals  und  Officiers  mißbilligten  dieses
            
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