Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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zirk  um  St.  Johann  Messungen  vorgenommen  und  Verschanzungen
abgesteckt.  —  Mehrere  Kanonen  sind  nach  St.  Johann  gebracht
und  aufgepflanzt  worden.  Auch  die  Garnison  wurde  verstärkt  und
förmlich  einquartiert,  welches  bisher  noch  nicht  geschehen  war.
Dieses  belästigt  die  Einwohner  außerordentlich.  Niemand  ist  mehr
Herr  in  seinem  Hause.  Alle  bewohnten  Stuben,  Gänge,  Küchen,
Ställe,  Heuböden,  alles  ist  occupirt.  Glücklich,  wenn  der  Hausherr
  m  i  t  F  r  a  n,  K  i  n  d  e  r  n  u  n  d  G  e  s  i  n  d  e  ein  Dachstübchen  übrig
hat,  worin  er  allein  d.  h.  ohne  französische  Gesellschaft  sein
kann.  Sie  werden  solches  leicht  beurtheilen  können,  wenn  ich
Ihnen  zuverlässig  versichere,  daß  in  der  St.  Johannes-Vorstadt,
welche  aus  19  Hauser  besteht,  wovon  aber  zwei  von  dem  General
und  den  Bataillonschefs  bewohnt  werden,  also  in  17  Häusern  2200
Mann  Officierà  und  Soldaten  einquartiert  sind,  ohne  vielleicht  300
Stückknechte  und  Fuhrleute,  welche  in  den  Ställen  oder  auf  der  Straße
liegen.  )Die  Franzosen  fangen  auch  an  ein  imposanteres  Air  anzunehmen.
  Sowohl  dieses  als  jene  Anstalten  schrieb  man  der
Wiedererscheinung  des  Volksrepräsentanten  Ehrmann  zu,  welcher
vor  einigen  Tagen  in  der  Crisis  mit  seinen  Collegen  verschwunden,
jetzt  aber  allein  wieder  zum  Vorschein  gekommen  war.  Allein  ich
wurde  diesen  Abend  eines  bessern  belehrt,  daß  nämlich  zwei  preußische
  Deserteurs,  die  ersten,  die  angekommen  waren,  schuld  daran
sind.  Diese  wurden  heute  Morgen  bei  ihrer  Ankunft  von  dem
General  Vincent  examinirt  und  dann  vorzüglich  befragt,  warum
die  Deutschen  am  24.  die  Franzosen  nicht  weiter  verfolgt  und  die
Städte  angegriffen  hätten,  worauf  sie  zur  Ursache  angaben,  die
preußischen  Generals  hätten  befürchtet,  die  Franzosen  möchten,
wenn  sie  verdrängt  würden,  die  Städte  in  Brand  stecken.  Dieses
Unglück  zu  verhüten,  sei  es  unterblieben,  und  die  Preußen  dächten
auf  einen  andern  Plan  um  die  Franzosen,  ohne  die  Städte  in  Gefahr
  zu  setzen,  aus  ihrer  Stellung  zu  bringen.
Die  Generalität  glaubte  in  der  Meinung,  daß  der  deutsche
Soldat  eben  so,  wie  der  französische  dermalen  ist,  in  den  Kriegsgeheimnissen
  unterrichtet  wäre,  diese  Aussage  als  ein  Evangelium,
und  nun  wurde  beschlossen  sich  wenigstens  vor  der  Hand  zu  halten.
Denn  wenn  die  Deutschen  die  Städte  schonen  wollten,  ist  es  leicht
            
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