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Die gemeinen Soldaten glauben so sicher an den baldigen
Abmarsch, daß immer ein großer Zank entsteht, wenn einige Bataillons
aus dem Lager bei Saarbrücken auf die andere Seite der
Saar nach St. Johann commandirt werden, weil diese immer
fürchten von den andern im Stich gelassen und ein Raub der
Preußen zu werden. Heute Mittag sah man ein deutliches Beispiel
davon. Ein Bataillon, welches an der St. Johanner Bleiche
zunächst gegen die Deutschen stand, wurde durch ein anderes Bataillon
abgelöst. Ersteres marschierte durch das Oberthor in St.
Johann um zum Saarthor hinaus über die Brücke nach dem
Lager zurückzukehren. Dieser Weg war durch Munitions-, Heuund
Strohwagen versperret. Das Bataillon wartete eine Zeitlang
auf dem Markt; als die Passage sich aber nicht eröffnen wollte,
marschierte es zum Unterthor hinaus, um den Stadtgraben nach
der Brücke zu. Das zum Ablösen der Wache am Saarthor bestimmte
Detachement Ohasseurs cko Rheims folgte ihnen nach.
Jenes neuerdings auf die Vorposten gezogene Bataillon bemerkte
diesen Marsch, glaubte, die in St. Johann liegenden Truppen
reiseten ab, L'armée va partir! schrie alles, und nun debandirte
sich das ganze Bataillon, lief von seinem Posten weg und,
aller Bitten und Drohungen der Offiziere und des Generals ohngeachtet,
in vollem Sprung nach Saarbrücken ins Lager.
Allem, was ihnen unterwegs begegnete, theilten sie ihren
Schrecken mit, und alles lief mit ihnen. Erst nach einigen Stunden
wurde der Vorposten wieder durch ein anderes Bataillon
besetzt.
Die Deutschen scheinen von ihren Fatiguen auszuruhen. Außer
einigen Kanonenschüssen hat man nichts von ihnen gehört.
den 2ten October.
Wider unser Vermuthen haben heute die Franzosen verschiedene
Anstalten gemacht, woraus man schließen sollte, als ob sie den
Gedanken zum Abmarsch aufgegeben hätten und sich zu vertheidigen
gesonnen wären. Verschiedene Ingenieurs haben in dem Be-