Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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den  30  ten  September.
Heute  erwarteten  die  Franzosen  sicher  einen  Angriff  von  den
Deutschen.  Sie  blieben  noch  immer  auf  den  Straßen  stehen;  jede
deutsche  Vorwache,  welche  sich  blicken  ließ,  erregte  einen  großen
Lärm,  und  ben  Vormittag  wurde  wenigstens  6  mal  anx  armes!
gerufen.  Es  war  kein  Zweifel,  daß  die  Deutschen  keinen  starken
Widerstand  gefunden  Haber:  würden.  Denn  alles  sehnt  sich  nach
dem  Abmarsch,  und  rvie  es  scheint,  ist  die  Generalität  damit  einverstanden,
  denn  die  Equipage,  Tresorerie,  Ambnlance  rc.  sammt  der:
Commissärs  sind  abgegarrgen,  auch  die  Magazine  geräumt,  weswegen
  unsere  Heuböden  noch  einmal  einen  starken  Anfall  haben
aushallen  müssen.  Kanonenfeuer  von  beiden  Seiten.

den  I  ten  October.

Durch  vieles  Grübeln  haben  die  Franzosen  jetzt  die  Ursache
entdeckt,  warum  sie  am  29  ten  nicht  von  den  Deutschen  abgeschnitten
worden  sind.  Diese  wollen  ober-  und  unterhalb  Saarbrücken  über
die  Saar  setzen,  ihnen  damit  in  den  Rücken  konimerr,  sie  von  Forbach
  abschneiden,  sie  zu  gleicher  Zeit  zu  St.  Johann  angreifen,  und
so  soll  von  ihnen  nicht  übrig  bleiben,  der  an  die  Wand  oder
passender  zu  sprechen  auf  die  Straße  p—t.  Diesen  Plan  theilen
sie  sich  öffentlich  mit.  Er  findet  aller  Orten  Beifall  und  erregt
den  Wunsch  zum  Abmarsch.  Daß  auch  die  Generals  so  etwas
vermuthen  und  auf  allen  Fall  fürchten,  daß  die  Truppen  bei  einem
ernsthaften  Angriff  nicht  Stand  halten  sondern  davon  laufen  und
sich  zerstreuen  würde::,  kann  man  daraus  schließen,  daß  sie  diese
Nacht  in  aller  Eile  einige  Ingenieurs  mit  Schanzgräbern  abgesandt
hatten  um  einige  Stunden  diesseits  Metz  bei  Courcelles  ein  Lager
abzustecken  und  zu  befestigen,  damit  die  zerstreuten  Truppen  in
dem  Fall  einen  Point  de  ralliement  finden  und  von  der  gänzlichen
Zerstreuung  abgehalten  werden  möchten.  —  „Wir  würden  gerne  abziehen,
  wenn  wir  nicht  fürchten  müßten,  daß  uns  die  Preußen  den
Abschied  auf  den  Rücken  schreiben  möchten",  sagte  mir  ein  sachkundiger
  vornehmer  Officier.
            
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