Full text: Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

128 
über jene ungerecht gemacht hätten. Was müßte ich nun erst 
für ein Urtheil von dem zweiten Bändchen erwarten, in welchem 
mich die Pflicht des Geschichtsschreibers zwang größere Räubereien, 
abscheulichere Beispiele von Zerstörungssucht, unerhörte Justiz¬ 
morde, Schandthaten aller Art zu erzählen. Allein die Franzosen 
haben selbst meine Vertheidigung bei den unbelehrten Deutschen 
übernommen. 
Jetzt, da in einem großen Theile von Deutschland Millionen 
Deutsche Zeugen von den Erpressungen, Schandthaten und Ver¬ 
heerungen der Franzosen geworden sind, Tausende gemordeter 
Deutschen ihren Blutdurst, Tausende geschändeter Weiber ihre 
Brutalität, und die rauchenden Ruinen von Städten und Dörfern 
ihren Vandalismus bezeugen, der Franzosen bezeugen, welche jetzt 
schon Jahre lang sich mit einer mildern und gerechtern Regierung 
und wieder hergestellter Kriegszucht rühmen — jetzt wird man, 
wie ich hoffe, dem Schriftsteller, wäre er auch ein unglücklicher 
Deutscher, dem die Franzosen viele Leiden zugefügt haben, glauben, 
daß solche unter Robertpierres Blutregiment erpreßten, raubten, 
verheerten,verbrannten und mordeten, und vielleichtist selbst 
der Recensent, welcher in Nr. 306 der allgemeinen Litteraturzeitung 
das erste Bändchen reeensirt hat, jetzt geneigt seinen Vorwurf zu¬ 
rückzunehmen. Ich bin überzeugt, daß ich ihn nicht verdiene. 
Vorsätzlich habe ich mich darauf eingeschränkt Thatsachen ausführ¬ 
lich, treu und nackt zu erzählen. Nur selten habe ich ein Urtheil 
darüber gewagt sondern solches dem Leser überlassen: Nur darin 
habe ich vielleicht die Erwartung mancher getäuscht, daß ich nicht 
überall die Vertheidigung der Franzosen übernommen und ihre 
Handlungen zu entschuldigen oder gar von einer schönen Seite zu 
zeigen gesucht habe. Aufrichtig gesprochen fand ich dazu keinen 
Beruf, und die Franzosen schienen mir meines Beistands um so 
weniger zu bedürfen, da beinahe alle Schriftsteller sich als ihre 
Vertheidiger erkläret hatten. 
Schon seit dritthalb Jahren bin ich im Stande gewesen das 
Betragen der Franzosen mit dem anderer Kriegsvölker zu ver¬ 
gleichen, und ich habe mich vielfältig und fest überzeugt, daß, so 
wie man sich die äußerste Mühe gab alle Handlungen der Fran¬
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.