Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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die  Verrüther  sein  als  die  Leute  von  der  proscribirten  Caste?  Es
kann  sein,  daß  es  den  Machthabern  gelingt  dadurch  den  Muth
des  gemeinen  Soldaten  wieder  auf  einige  Zeit  aufzuwecken.  Etwas,
das  auch  wenigstens  Nebenabsicht  zu  sein  scheint,  haben  sie  aber
bereits  völlig  erreicht,  nämlich  das,  den  kleinen  Ueberrest  oder  vielmehr
  Schatten  von  Ordnung  und  Subordination,  welcher  noch
unter  den  Truppen  vorhanden  war  und  welchen  jene  Männer  erhielten,
  gänzlich  zu  vernichten.
Alle  Ehrfurcht  und  Gehorsam,  welche  der  Soldat  seinem  Offizier
  wenigstens  des  Wohlstands  wegen  erzeigen  sollte,  fallen  weg.
Mit  meinen  Augen  habe  ich  zehnmal  gesehen,  daß  Abends  bei  dem
Appel  die  Soldaten  ihre  Offiziere  neckten,  ihnen  die  Hüte  von  den
Köpfen  stießen,  sie  in  die  Waden  zwickten  und  ihnen  auch  wohl
einen  Klatsch  vor  den  Hintern  gaben;  und  dies  hatte  keine  weiteren
Folgen  als  ein  —  wieherndes  Gelächter  der  ganzen  Compagnie.
Diesen  süßen  Genuß  republikanischer  Freiheit  könnten  wir  ihnen
gönnen.  Allein  die  Zügellosigkeit  bringt  uns  auch  Unsicherheit
unsers  Eigenthums  und  was  noch  mehr  ist,  unsers  Lebens.  Vor
einigen  Tagen  war  ich  Augenzeuge,  daß  ein  Carabinier  einen
armen  Marketender,  den  er  ins  Wirthshaus  geschleppt  und  gezwungen
  hatte  ihm  fünf  Bouteillen  Wein  zu  bezahlen,  als  sich
solcher  unter  Vorschützung  seines  Unvermögens  weigerte  ihn  weiter
zu  regaliren,  bei  den  Haaren  auf  die  Straßen  zog  und  ihn  nöthigen
wollte  sich  wegen  der  ihm  zugefügten  Beleidigung  mit  ihm  zu
schlagen.  Der  Arme  bat  und  flehte  fußfällig,  schützte  seine  Wehrlosigkeit,
  seine  Unbekanntschaft  mit  den  Waffen  vor,  und  der  Barbar
  zog  seinen  Säbel,  stieß  ihn  dem  Unglückseligen  fünfmal  durch
den  Leib  und  tödtete  ihn  auf  der  Stelle.  Dies  geschah  am  hellen
Mittage,  auf  öffentlicher  Straße,  in  der  Stadt.  Wenigstens  hundert
  Soldaten,  eine  ganze  Thorwache  und  zehen  Offiziers  waren
Augenzeugen  davon.  Und  was  glauben  Sie,  daß  dem  Mörder
geschah?  Er  wischte  mit  einem  teuflischen  Lachen  seinen  Säbel  ab,
steckte  ihn  ein  und  ging  mit  Heldenschritt  seiner  Wege,  und  es
war  weiter  keine  Frage  davon.  So  wurde  die  Tochter  eines  Aufsehers
  auf  dem  Ludwigsberg  von  einigen  Soldaten  überfallen,  mit
dem  Kopf  in  ein  Ofenloch  gezwängt  und  sollte  ein  Raub  ihrer
            
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