Full text : Führer durch St. Johann-Saarbrücken und nähere Umgebung

Geschichtliches.

ihrer  Siedelung  oder  der  Brücke,  die  128  >  noch
urkundlich  bezeugt  wird,  nach  der  Burg  zurückgezogen
  und  unter  deren  Schutz  sich  angesiedelt.
So  fei  die  Stadt  Saarbrücken  entstanden,  die
als  solche  schon  in  dem  Freiheitsbriefe  von  1321
-  erwähnt  wird,  durch  den  die  Stadt  Saarbrücken
und  das  Dorf  St.  Johann  Stadtrechte  erhielten
iuid  in  Bezug  auf  Gerichtswesen  und  Verwaltung
  verbunden  wurden.
Das  Geschlecht  der  Saarbrücker  Grafen  starb
in  der  männlichen  Linie  1233  mit  Simon  III.
aus.  Die  späteren  Grafen  waren  Nachkolmnen
seiner  zweiten  Tochter  und  des  Amadeus  von
Montbeliard.  Mit  Johann  II.,  dem  Sohne
Johanns  I.,  der  den  Freiheitsbrief  erließ,  starb
das  zweite  Saarbrücker  Grafengeschlecht  in  seinem
männlichen  Teile  aus  <1381),  und  die  Herrschaft
kam  durch  Heirat  an  die  Grafen  von  Nassau-Weilburg.
  Seit  der  Zeit  hieß  die  Grafschaft
„Nassau-Saarbrücken";  seit  1740  war  sie  ein
Fürstentum;  1793  wurde  das  Land  französisch,
1815  preußisch.
Beide  Städte,  seit  alten  Zeiten  mit  Mauern,
Gräben  und  Wällen  umgeben,  teilten  die  wechselvollen
  Geschicke  der  Herrschaft.  St.  Johann
wurde  in  den  Jahren  1634  und  1635  von  der
Pest  derart  heimgesucht,  daß  in  18  Monaten
255  Menschen  starben,  ein  bedeutender  Theil
der  Bevölkerung.  Am  23.  September  1635
wurde  die  Stadt  von  den  kaiserlichen  gestürmt.
Die  schwedische  Besatzung  zog  sich  nach  Saarbrücken
  und  später  nach  Frankreich  zurück.  Nachdem
  die  Franzosen  1680  die  Befestigung  der

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