Full text : Geschichtliche Beschreibung der Burgen an der Saar

23

von  Slein  und  Pfeil  verletzt,  oder  vielmehr  von  schwerer
Rüstung  erdrückt,  das  Leben  ein.
Der  erneuerte  Angriff  war  hauptsächlich  auf  einen
Thurm  gerichtet,  die  Hauptwehr  bei  der  Vertheidigung.
Die  Fundamente  wurden  durchbrochen,  Felsen  ausgehöhlt,
mit  Schwefel,  Pech  und  Theer  überzogene  Pfähle  und
Stämme  eingeschlagen  und  angezündel  und  der  Thurm
zum  Sturz  gebracht.  Enger  nun  eingeschlossen,  wurde
den  Belagerten  auch  das  Trinkwasser  entzogen,  das  am
Fusse  des  Berges  sich  ergoss.
Mit  unüberwindlicher  Anstrengung  wurde  ein  unterirdischer
  Zugang  tief  hinab  zum  Quell  wieder  erbrochen,
aber  auch  die  Benutzung  desselben  ging  abermals  verloren;
denn  mit  unsäglicher  Mühe  und  Gefahr  erstiegen  die
Belagerer  von  Leiter  zu  Leiter  die  steilen  Felsen,  belegten,
  zerstörten  und  erschwerten  den  Zugang,  drängten
unter  blutigen  Gefechten  den  Feind  stets  zurück  und
bemächtigten  sich  des  Brunnens.  Nun  neben  der  Wassernoth
  ganz  und  gar  erschöpft  und  bei  Fortsetzung
des  Widerstandes  mit  dem  zu  ihrem  Angesicht  hoch
errichteten  Galgen  bedroht,  suchten  die  Belagerten  Gnade
endlich  und  Unterhandlung.  Balduin,  uhter  dem  Vorbehalt,
dass  die  Burg  unbeschädigt  erhalten  werden  solle,
gestaltete  ihnen  zwölf  Tage  bis  zur  Uebergabe,  wenn
binnen  dieser  Zeit  auf  keinerlei  Weisse  sie  sich  Hülfe
zu  verschaffen  wüssten,  gewährte  den  Ankauf  von  Wein
und  Lebensmitteln  von  seinem  Heere  zu  ihrem  täglichen
Bedarf;  wenn  aber  der  Termin  abgelaufen,  dürften  sie
mitnehmen,  was  sie  wollten,  und  was  sie  in  Einemmal
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.