Full text : Geschichtliche Beschreibung der Burgen an der Saar

versteigert,  wurden  die  Renten  stets  an  den  domkapilularischen
  Kellner  nach  Saarburg  abgeliefert.
Mit  dem  Erlöschen  des  Lehens  scheint  auch  die  Burg
in  Verfall  gerathen  zu  sein.  Sie  mag  wohl  eine  friedlichere
Bestimmung  gehabt  haben,  als  fast  alle  anderen  gleichzeitig
  im  Mittelaller  erbauten,  die  gewöhnlich  an  Flössen
gelegen  oder  auf  unzugänglichen  Bergeshöhen,  geschützt
waren  durch  Kunst  oder  Natur.  Es  bestätigt  sich  diese
Meinung  dadurch,  dass  keine  Erzählungen  im  Munde  des
Volkes  fortgehen;  dass  niemals  Waffengeräthe  aufgefunden
  wurde;  dass  nicht  einmal  von  Fehden  Meldung  geschieht,
  und  dass  endlich  die  Burg,  schon  widerstandslos
durch  Bau  und  Umfang,  noch  weniger  begünstigt  war
durch  die  in  jeglicher  Beziehung  unvorteilhafte  Lage.
Fast  spurlos  verschwunden  ist  die  Burg  für  die
nachfolgenden  Generationen  gleichsam  als  nie  vorhanden
gewesen  zu  betrachten;  denn  sie  hat  weder  zur  Sicherheit
  noch  zur  Verschönerung  der  Gegend  beigelragen;
es  lassen  sich  keine  Erinnerungen  an  mächtige  und  vornehme
  Geschlechter  oder  an  interessante  Begebenheiten,
keine  Gefühle  des  Dankes  wegen  hochherziger  Thaten
an  ihr  Bestehen  anknüpfen;  selbst  hat  sie  nicht  einmal,
wie  doch  alle  Burgen  des  Rheins,  durch  Volkssagen
die  Phantasie  ergötzt.
            
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