Full text : Geschichtliche Beschreibung der Burgen an der Saar

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men  so  die  Entstehung  zu  verdanken  hat;  denn  die  Ansiedelung
  ist  um  die  Burg  herum  geschehen  und  die  ersten
Gebäude  waren  sicher  zuin  Hofe  gehörige  Häuser.  Das
Dorf  aber  liegt  auf  dem  Gaue  und  zwar  auf  einer  Abdachung,
  die  von  dem  eine  halbe  Stunde  entfernten  Merzkirch
  bis  zur  Mosel  herunter  sich  hinzieht.  Die  Burg
stand  frei,  auf  flachem  Lande  und  von  allen  Seiten  zugänglich;
  war  weder  ansehnlich  durch  Umfang,  noch
vorspringend  durch  Höhe  oder  Lage;  war  nicht  fest  und
von  der  Kunst  geschützt  durch  Mauern  und  Wälle  ,  nicht
von  der  Natur  durch  Berg  und  Graben  und  Wasser.
Daher,  weil  weder  durch  die  Lage  und  Umgebungen,  noch
durch  die  Construction  der  vorhandenen  Trümmer,  sich
die  Bestimmung  des  Gebäudes  augenfällig  ausgesprochen,
hat  man  sich  in  allerlei  Muthmassungcn  erschöpft.  Einige,
vielleicht  verleitet  durch  die  strategisch  wichtige  Hochebene
  von  Merzkirch,  in  die  ein  Zweig  des  Vogesengebirgs
  ausläuft,  oder  etwa  durch  die  an  demselben
Dorfe  (Martini  ecclesia)  vorbeiführende  Trier-Metzer
Strasse  (die  Kimm),  haben  es  theils  als  Propugnaculum,
theils  als  Frumentarium  angesehen;  allein  die  Bauart
hatte  durchaus  nichts  gemein  mit  der  römischen,  und  dann
fanden  sich  nirgends  Getreide-Magazine  ganz  abgesondert
  und  alleinstehend.  Andere,  ohne  allen  Haltpunkt,
haben  es  für  eine  Wohnung  der  Tempelherren  gehalten,
welche  Ansicht  ebenfalls  falsch  ist,  da  dieser  Orden  hier
im  Lande  keine  Besitzungen  hatte.  AuiFallen  muss  es,
dass  man  immer  etwas  Anderes  darin  erkennen  wollte,
als  was  es  in  der  Thal  war  und  was  derName  schon  aus-
            
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