Full text : Mosel- und Saarführer

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bevorzugte  Lage.  Die  Häuser  steigen  an  der  Berglehne
terrassenartig  hinan;  der  ganze  Ort  ist  von  Obsthainen
umgeben,  und  die  nächsten  Abhänge  sind  zum  Weinbau  benutzt,
  der  in  Beziehung  auf  die  Erzeugung  wirklich  edler
Sorten  eigentlich  erst  mit  Enkirch  beginnt.  Eine  der  besten
Lagen  ist  der  Stephansberg.  Unmittelbar  bei  dem  Orte
mündet  in  die  Mosel  der  Grossbach.  —  Enkirch  gegenüber
  liegt
Revenich  (1.),  ein  kleines  Dorf,  zugleich  Haltestelle  der
Nebenbahn  für  Enkirch.  Die  Häuser  des  Ortes  sollen  zum
grössten  Teil  aus  den  Trümmern  der  nahen  ehemaligen
französ.  Festung  Montroyal  gebaut  sein.  Hier  beginnt
die  Mosel  wieder  eine  ihrer  wunderbaren  Schleifen  zu  bilden,
ähnlich  der  von  Bullay  bis  Pünderich,  wieder  veranlasst  durch
einen  hohen  Bergrücken,  der  die  schon  erwähnte  französische
  Festung  trug.
Eine  der  geschichtlich  bekanntesten  Punkte  dieses  Teiles
des  Moselthaies  ist  die  Kuine
Starkenburg  (r.),  einst,  wie  schon  ihr  Name  sagt,  eine
der  bedeutendsten  Burgen  des  Mosellandes,  jetzt  fast  ganz
von  dem  Boden  verschwunden.  Auf  den  Trümmern  erhebt
sich  der  gleichnamige  Ort,  weit  sichtbar  auf  schroffer  Bergkante
  gelegen;  Gasth.  bei  Wwe.  Schmoll.  Der  Ort  ist  am
bequemsten  von  Enkirch  in  5  km.  zu  erreichen.  Droben
herrliche  Aussicht.
Die  Starkenburg,  angeblich  aus  der  Zeit  des  Königs  Dagobert,
wird  urkundlich  erst  1191  erwähnt  und  war  damals  schon  im  Besitze
des  Grafen  von  Sponheim.  Im  14.  Jahrh.  lagen  die  Inhaber  der
starken  Feste,  die  verwittwete  Gräfin  Lauretta,  mit  dem  Kurfürsten
Balduin  von  Trier  in  Fehde.  Die  bedrängte  Gräfin  suchte  einen
Waffenstillstand  nach,  nahm  dann  aber  den  Kurfürsten  1327  auf  einer
Moselfahrt  von  Trier  nach  Coblenz  hinterlistig  gefangen,  indem  sie
in  der  Nähe  der  Starkenburg  den  Fluss  durch  eine  Kette  sperren
liess  und  das  Boot  des  Kurfürsten  am  Weiterfahren  hinderte.  Balduin
sass  fast  ein  Jahr  auf  der  Starkenburg  gefangen,  bis  er  einen  für  die
Gräfin  günstigen  Vertrag  einging,  ein  beträchtliches  Lösegeld  zahlte
und  versprach,  bei  dem  Papste  für  die  Aufhebung  des  Bannes  zu
wirken,  der  über  die  Gräfin  infolge  der  Gefangennahme  des  Kurfürsten
  verhängt  worden  war.  Mit  dem  Lösegeld  soll  die  Gräfin
Lauretta  die  bei  Trarbach  gelegene  Gräfinbnrg  errichtet  haben.
Nach  dem  Aussterhen  des  Grafengeschlechts  im  16.  Jahrh.  verfiel
die  Starkenburg;  aus  ihren  Trümmern  ist  wahrscheinlich  das  Dörfchen
erbaut.  —  Die  durch  dasselbe  führende  Strasse  steigt  zum  Idarwalde
hinan,  dessen  höchster  Punkt,  der  Idarkopf,  745  m,  von  Rh  au  n  e  n
aus,  wohin  auch  jene  Strasse  führt  am  leichtesten  zu  besteigen  ist.
Er  gewährt  die  umfassendste  und  schönste  Aussicht  über  den  ganzen
Hunsrück.
Der  Bergrücken,  um  welchen  die  Mosel  in  dem  grossen
Trarbacher  Bogen  zieht,  führt  den  Namen  „Trabener  Berg,“
            
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