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Bahnhof Pünderich, von welchem die Nebenbahn nach
Traben abzweigt, die am linken Moselufer hin läuft.
Von dem Orte Pünderich führt, die Flusskrümmung abschneidend,
eine Chaussee mit schöner Aussicht auf das Moselthal
in einer kleinen Stunde nach Burg, dem nächsten
Moselorte r. 1/i Std. von Pünderich kommt man an einer
alten gotischen Kapelle vorüber, wahrscheinlich aus dem
Jahre 1076. Der dort gelegene Kirchhof mit Trümmern der
Mutterkirche dieser Gegend, Reilkirch genannt, gehört
der Gemeinde des gegenüberliegenden Dorfes. Die Kirche
stammte aus dem 13. Jahrh. und barg ein Gnadenhild der
Madonna, zu dem viel gewallfahrt wurde. 1841 ist diese
Kirche abgebrochen worden.
Reil (1.) 1175 Binw., Gasth, Mick. Henrichs; Barzen; A.
Münick; Bahnhof der Nebenbahn Pünderich-Traben.
Das Dorf hat 1400 Einw. Rathhaus v. J. 1586; alte Pfarrkirche
mit werkwürdiger Wölbung. — Das linke Ufer fällt
oberhalb Reils schroff ab; das r. steigt sanfter an und giebt
Raum zu einer bequemen Chaussee, von der man einen recht
anmutigen Eindruck der herrlichen Landschaft gewinnt, in
der hier Weinberge mit Obstgärten und wohlgepflegten Gemüsegärten
abwechseln. Der zweite Bahnhof der Nebenbahn
ist
Burg, 3 km, 563 Einw., mit dem auf dem hohen r. Ufer
gelegenen Orte gleichen Namens durch eine Fähre verbunden.
Die Abhänge reifen einen geschätzten Wein. Der Mittelpunkt
dieser gesegneten Moselstrecke ist der Eiecken
Enkirch, (r) 2095 Einw., Anlegestelle des Dampfboots.
Gasth. zum Anker; Kölsch; Immich; Herzog; Der Ort wird schon
in Urkunden v. J. 690 erwähnt; in einer Schenkungsurkunde von
908 wird der Ort Ankaracha genannt. Er gehörte seit dem 13.
Jahrh. den Grafen von Sponheim, die im 16. Jahrh. sich
zu der lutherischen Kirche bekannten, weshalb hier wie in
allen zu der Grafschaft gehörenden Ortschaften 1557 die
Reformation eingeführt wurde. Die Einwohner sind fast
alle protestantisch. Schöne ev. Kirche. Die kleine kathol.
Gemeinde benutzt die etwas landeinwärts gelegene ehemalige
Klosterkirche, die erst zu einer Klause oder Probstei, dann
den Franziskanern gehörte, deren Niederlassung die Franzosen
1795 aufhoben.
In der Nähe der Mosel zeigt man ungemein schwere,
fast ganz in den Boden eingesunkene Säulenschafte, die
wahrscheinlich hier zur Römerzeit auf der Fahrt nach Trier
ausgeworfen worden sind.
Enkirch hat unter den zuletzt genannten Moselorten eine