Full text: Mosel- und Saarführer

— 73 
Bahnhof Pünderich, von welchem die Nebenbahn nach 
Traben abzweigt, die am linken Moselufer hin läuft. 
Von dem Orte Pünderich führt, die Flusskrümmung ab¬ 
schneidend, eine Chaussee mit schöner Aussicht auf das Mosel¬ 
thal in einer kleinen Stunde nach Burg, dem nächsten 
Moselorte r. 1/i Std. von Pünderich kommt man an einer 
alten gotischen Kapelle vorüber, wahrscheinlich aus dem 
Jahre 1076. Der dort gelegene Kirchhof mit Trümmern der 
Mutterkirche dieser Gegend, Reilkirch genannt, gehört 
der Gemeinde des gegenüberliegenden Dorfes. Die Kirche 
stammte aus dem 13. Jahrh. und barg ein Gnadenhild der 
Madonna, zu dem viel gewallfahrt wurde. 1841 ist diese 
Kirche abgebrochen worden. 
Reil (1.) 1175 Binw., Gasth, Mick. Henrichs; Barzen; A. 
Münick; Bahnhof der Nebenbahn Pünderich-Traben. 
Das Dorf hat 1400 Einw. Rathhaus v. J. 1586; alte Pfarr¬ 
kirche mit werkwürdiger Wölbung. — Das linke Ufer fällt 
oberhalb Reils schroff ab; das r. steigt sanfter an und giebt 
Raum zu einer bequemen Chaussee, von der man einen recht 
anmutigen Eindruck der herrlichen Landschaft gewinnt, in 
der hier Weinberge mit Obstgärten und wohlgepflegten Ge¬ 
müsegärten abwechseln. Der zweite Bahnhof der Neben¬ 
bahn ist 
Burg, 3 km, 563 Einw., mit dem auf dem hohen r. Ufer 
gelegenen Orte gleichen Namens durch eine Fähre verbunden. 
Die Abhänge reifen einen geschätzten Wein. Der Mittel¬ 
punkt dieser gesegneten Moselstrecke ist der Eiecken 
Enkirch, (r) 2095 Einw., Anlegestelle des Dampfboots. 
Gasth. zum Anker; Kölsch; Immich; Herzog; Der Ort wird schon 
in Urkunden v. J. 690 erwähnt; in einer Schenkungsurkunde von 
908 wird der Ort Ankaracha genannt. Er gehörte seit dem 13. 
Jahrh. den Grafen von Sponheim, die im 16. Jahrh. sich 
zu der lutherischen Kirche bekannten, weshalb hier wie in 
allen zu der Grafschaft gehörenden Ortschaften 1557 die 
Reformation eingeführt wurde. Die Einwohner sind fast 
alle protestantisch. Schöne ev. Kirche. Die kleine kathol. 
Gemeinde benutzt die etwas landeinwärts gelegene ehemalige 
Klosterkirche, die erst zu einer Klause oder Probstei, dann 
den Franziskanern gehörte, deren Niederlassung die Fran¬ 
zosen 1795 aufhoben. 
In der Nähe der Mosel zeigt man ungemein schwere, 
fast ganz in den Boden eingesunkene Säulenschafte, die 
wahrscheinlich hier zur Römerzeit auf der Fahrt nach Trier 
ausgeworfen worden sind. 
Enkirch hat unter den zuletzt genannten Moselorten eine
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.