Full text : Mosel- und Saarführer

68

reichen  Rebenschmuck,  einige  sind  auch  mit  Lohe  oder
Wald  bedeckt.  Von  drei  Punkten  kann  man  einen  Rundblick
  auf  diese  grossartige  und  doch  anmutig  schöne  Landschaft
  werfen:  von  der  Marien!)  urg,  von  dem  durch  den
Eifelverein  auf  dem  Prinzenkopf  errichteten  Anssichtsturra
  und  von  dem  Gasthof  Waldfrieden  auf  dem  Prinzenkopf.
  Der  besuchteste  Punkt  bleibt  die  Marienburg.
Von  Bullay  geht  man  längs  der  Bahn  bis  zu  der  Eisenbahnbrücke.
  Der  obere  Theil  der  sehr  hohen  Brücke  trägt
die  Bahngeleise;  darunter  liegt  der  Brückenweg  für  Fussgänger
  und  Fuhrwerke.  Jenseits  der  Brücke  gelangt  man
an  den  Fuss  der  Marienburg  und  in  20  Min.  bequemen
Weges  zu  dieser  selbst.
Von  Alf  braucht  man  für  den  Weg  zur  Marienburg  3/4  Std.
(Wagen  hin  und  zurück  Einsp.  4,  Zweisp.  5  M.)  Der  Weg  führt  am
Prinzenkopf  vorüber,  so  genannt  nach  einem  Besuche,  den  Friedrich
Wilhelm  IV.  als  Kronprinz  1818  und  Kaiser  Wilhelm  I.  als  Prinz  von
Preussen  1819  dieser  Höhe  abstatteten.  Der  Prinzenkopf  Ist  jetzt
mit  einem  25  m  hohen  Aussichtsturm  geschmückt,  der  dem  Bifelverein
zu  verdanken  ist.  In  dem  anstossenden  Hochwald  hat  der  Förster
Enkirch  einen  reizend  gelegenen  Gasthof  »Waldfrieden«,  mit  einer
Aussicht,  die  der  von  der  Marienhurg  gleichkommt;  hier  auch
Sommerfrische,  Milch-  und  Traubenkur;  25  Betten,  N.  u.  F.  von
2  M,  an,  M.  2  M.,  P.  von  4  M.  an.  Ein  Fussweg  führt  von  hier  auf
dem  Bergrücken  in  wenigen  Minuten  zur  Marienhurg.
Die  Marienhurg  [sente  Mergenburg]  wurde  1127  als  Frauenkloster
gestiftet.  Das  Kloster  wurde  jedoch  seiuer  Lage  wegen  in  Kriegszeiten
  häufig  beunruhigt,  so  dass  die  Ordensschwestern  oft  flüchten
mussten.  Infolge  dieser  zunehmenden  Kriegsunruhen  wurde  1515
das  Kloster  aufgehoben.  Die  Räume  nahmen  einige  Hilfsgeistliche
ein,  die  bei  drohenden  Gefahren,  wie  Feuersbrünsten  und  Eisgang
die  umliegenden  Ortschaften  von  dem  weithin  sichtbaren  Kloster
durch  Signale  warnten.  Als  die  Franzosen  vom  Erzstifte  Besitz
nahmen,  wurden  die  Orgelpfeifen  der  Klosterkirche  zu  Kugeln,  die
Glocken  zu  Kanonenmetall  eingeschmolzen.  Die  sehr  verfallenen
Ruinen  gingen  durch  Kauf  in  Privathesitz  über;  zuletzt  erwarb  sie
der  Hüttenhesitzer  Remy,  der  aus  dem  verfallenen  Mauerwerk  die
jetzigen  Restaurationsräume  herstellte.  Die  daneben  stehende,  noch
ziemlich  erhaltene  Kapelle  wird  jetzt  noch  als  Wallfahrtsziel  angesehen.
  Fremde  können  auch  in  den  Räumen  der  Restauration
Wohnung  nehmen.
Die  Aussicht  von  der  Höhe  der  Marienburg  ist  sehr
lohnend,  da  kaum  an  einer  anderen  Stelle  der  wunderbare
Flusslauf  so  gut  wahrnehmbar  ist  wie  hier.  Die  näher  und  die
entfernter  liegenden  Moselorte  geben  der  anmutigen  Landschaft
Leben,  der  Fluss  mit  seinen  rebenbepflanzten  Ufern  und  die
waldgekrönten  Höhen  Farbe.  Unterhaltend  ist  es  auch,  die
Eisenbahnzüge  von  hier  zu  beobachten,  die  von  Bullay  die
Mosel  überschreiten,  im  Prinzenkopftunnel  verschwinden,
auf  der  andern  Seite  wieder  erscheinen,  um  kurz  darauf
von  einem  zweiten  Tunnel  wieder  anfgenommen  zu  werden.
Von  der  Marienhurg  sind  lohnende  Spaziergänge  auf  den
Barl  zu  unternehmen,  ferner  auf  den  Reil  er  Hals,  hei  dem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.