Full text : Mosel- und Saarführer

Moritz;  Schneiders.  Der  Ort  liegt  au  der  Mündung  des  von
Kaisersesch  kommenden  Pommerbaches.  Neben  der  neuen
Kirche  liegt  die  alte  Burg,  ehemals  Trierisches  Lehen,  zuletzt
  im  Besitze  der  Herren  von  der  Leyen.  Unter  der  Burg
die  Leyensche  Kellerei  mit  einem  starken  viereckigen  Turm.
In  dem  schönen  Thale  des  Pommerbaches  liegen  in  einsamer
  AValdgegend  die  Ruinen  des  in  der  franz.  Revolutionszeit
  zerstörten  Edelfrauenklosters  Rosenthal  (Vallis  Rosarum),
  das  ehemals  dem  Kloster  Himmerode  untergeordnet  war.
Die  Fluss-  und  Bahnstrecke  zwischen  Pommern  und  dem
nächsten  Moselorte  ist  die  längste,  die  wir  von  der  Moselmünduug
  her  zwischen  den  einzelnen  Orten  gefunden  haben.
Das  Landschaftsbild  ist  im  ganzen  dem  bisherigen  ähnlich,
Lohheckeu  und  Weinberge  wechseln  ab.  Kleine  Bäche  durchbrechen
  den  Uferrand  und  treiben  hier  und  da  noch  eine
Mühle.  Eine  Allee  von  Obstbäumen  gewährt  dem  Wanderer
angenehmen  Schatten  bis  zum  nächsten  Orte
ClOtten  (l.),  Bahnhof,  44  km;  (xasthof  Kollmann,  6
Z.;  Loosen,  4  Z.,  Thomas  3—4  Z.,  Kaer  3  Z.  Das  stattliche
Pfarrdorf  hat  etwa  1800  Eiuw.;  die  im  spätgotischen  Stile
1860  vergrösserte  Kirche  ist  wegen  ihrer  Wandgemälde  und
ihrer  reichen  Altäre  sehenswert.  Clotten  ist  Hauptversandort
für  den  in  der  Eifel  gebrochenen  Müllenbacher  Dachschiefer.
—  Im  11.  Jahrh.  war  der  Ort  Besitztum  der  Königin  Richen
  za  von  Polen,  einer  Enkelin  des  Kaisers  Otto  III.,
die  ihr  grosses  Erbe  au  der  Mosel  von  dem  Enderbache
bis  zur  Elz  dem  Kloster  zu  Brauweiler  schenkte.
Auf  dem  hohen  Berge  über  Clotten  liegen  die  Ruinen
des  Schlosses  Clotten,  ehemals  Coraidelstein,  d.  i.  Konradsstein
  genannt.  Die  Burg  war  lange  im  Besitz  der  Familie
  von  Kesselstadt,  deren  Nachkommen  die  Trümmer
noch  gehören.  Die  Burg  wurde  1688  von  den  französischen
Mordbrennern  zerstört.  —  Etwas  zurückgelegeu  erblickt  man
die  sogenannten  KevelocherHöfe,  einen  mit  einem  alten
Turme,  der  durch  ein  altes  Wappen  derer  von  Scharfenstein
  ausgezeichnet  ist.
Bald  hinter  Clotten  stromaufwärts  macht  die  Mosel
einen  ihrer  wundervollen  Bogen.  Die  Landschaft  gehört  zu
den  schönsten  in  dem  ganzen  Flussthale.  Die  Felsen  treten
dichter  an  den  Fluss,  und  die  steilen  Abhänge  sind  durch
Terrassenbau  bis  oben  hin  für  den  Weinbau  gewonnen.  Bei
der  grossen  Krümmung  des  Flusses,  der  auch  die  Moselbahn
folgt,  zeigen  sich  allmählich  die  Türme  und  Spitzen  der
Kochemer  Burg  mit  dem  weithin  schillernden  Wahrzeichen
der  Stadt,  dem  hl.  Christophorus  mit  dem  Jesuskinde.  Am
Fusse  des  Burgberges  erblickt  man  die  Häuser  der  Stadt
            
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