Full text : Mosel- und Saarführer

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über  der  Burg  seine  letzte  Ruhestätte  gefunden.  Das  alte  Schloss
der  Baron  Liebigschen  Familie  angefüllt  von  Altertümern  aus  der
römischen  und  mittelalterlichen  Zeit.
Jetzt  ist  die  Gemeinde  Gondorf  Eigentümerin  der  alten
Burgräume,  die  sie  zum  Pfarr-,  Schul-  und  Eathanse  verwendet
  hat.  Die  neue  Kirche  Gondorfs  steht  auf  einem
Felsen  über  dem  Burghöfe;  sehenswert,  die  aus  der  alten
Kirche  herrührenden  Grabsteine  der  Herren  von  Leyen;
Gondorf  gegenüber  liegt  auf  dem  r.  Ufer
Niederfell  (r.)  [Felle  inferior],  Gasth.  Zum  Anker,  hei
Wwe.  Flock,  10  Betten,  Z.  F.  1,50—1,70  M.,  M.  1—1,50  M.,
P.  3,50—5  M.;  am  untern  Ende  Gasth.  von  Joh.  Fei.  Gries  Wwe,
Hübscher  Blick  auf  die  Burg  Leyen  und  auf  Gondorf.
Der  Ort  hatte  früher  bedeutenden  Verkehr  nach  dem  Hunsrück
  und  ist  in  Kriegszeiten  wiederholt  niedergehrannt  worden.
Das  tiefe  Gebirgsthal  unterhalb  des  Ortes,  aus  dem  ein  oft
beträchtlich  anschwellender  Bach  zur  Mosel  strömt,  enthält
durch  einzelne  Mühlen  und  einsame  Wohnungen  schöne  landschaftliche
  Bilder.  Einige  Minuten  moselaufwärts  von  Niederfeil
  liegt
Kühr  (r.)  [Cure],  nur  aus  wenigen  Häusern  bestehend,
die  in  einem.  Obsthaine  liegen.  Der  Hauptweinherg  gehört
dem  Bürgerhospital  zu  Cohienz.  Kühr  gegenüber  sehen  wir
das  Pfarrdorf
Lehmen  (1.)  [Lieraeue],  Bahnhof,  17  km.  Zwischen  diesem
Ort  und  Gondorf  auf  der  1.  Moselseite  ein  grosser  Weinberg
und  vorspringende  Felsen.  Lehmen  erzeugt  den  besten  Eotweiu
  an  der  Untermosel.  Von  der  alten  Kirche  ist  noch  der
Turm  erhalten,  der  der  neuen  Kirche  als  Glockenhaus  dient.
Durch  ein  breites  Querthal  gelangt  man  auf  bequemer  Strasse
aufs  Maifeld;  ein  altes  Burggehäude  verdeckt  malerisch  den
Eingang.  Auf  der  Höhe  vier  nach  dem  Dorfe  benannte  Höfe,
von  denen  eine  umfassende  Aussicht  geboten  wird,  moselabwärts
  bis  zum  Ehein,  nordwestlich  bis  zur  Hohen  Acht.  —
Oberhalb  Lehmens  liegt  das  Bethaus,  das  in  12  Nischen
in  Bildhauerarheit  die  Leidensgeschichte  darstellt.  Die  Flussufer
  ringsum  sind  fast  senkrecht.  Der  nächste  Ort  aufwärts
ist  Moselsürsch,  diesem  gegenüber  liegt
Ob  er  feil  (r.)  [Felle  superior].  Gasth.  Schweistkal,  5  Betten,  Z.F.
1,50—1,70  M.,  M.  1,50  M.,  P.  8,50—4  M.  In  der  Kirche
über  einem  Nebenaltar  ein  sehr  vernachlässigtes  Steiudenkmal
von  Pet.  Osten  aus  dem  Jahre  1571,  das  zu  den  vollendetsten
Arbeiten  des  Meisters  gehört.  —  Von  dem  Dorfe  führt  ein
Weg  ziemlich  steil  hinan  zum  Jägerhause,  wo  eine  reiche
Fernsicht  auf  das  Maifeld  und  die  vulkanische  Eifel  bis  zum
Laacher  See  den  Anstieg  belohnt.
            
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