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sehen Wiesengrandes ein guter Sauerbrunnen. Verfolgt mau
den Pfad weiter über den vorgestreckten Gebirgsrücken, so
gelangt man in eine fruchtbare Thalgegend, in deren Mitte
der Weiler Wolken liegt. — Das zweite Querthal ist das
erzreiche „Mühlenthal“; es wird von einem wasserreichen
Bache durchflossen. Zwischen diesen beiden Querthälern liegt
Coberu (1.) [Coverna] Dorf von 1700Einwohnern; Gasth.
bei C. A. Simonis, N. u. F. 2 M., M. 1,20, P. 3—4 M.; JVaidecker.
Schöne grosse Kirche mit Glasmalereien. Der Tum
der Kirche erhebt sich oberhalb derselben auf einem Pelsgrat
der Niederburg. — Auch dieser Ort ist römischen Ursprungs.
Nach einer Legende soll hier Lubentius, ein Zeitgenosse
des h. Castor, das Christentum verbreitet haben. Nach einer
andern Legende soll Coberu auch der Aufenthalt der h. Riza
(vergl. S. 32) gewesen sein. 980 schenkte der Erzbischof
Egbert Güter zu Coberu an das Kloster St. Marien zu Trier.
Später herrschte auf den Burgen das _ Kittergeschlecht von
Covern, immer bereit zu Fehden und Überfällen, wozu das.
nahe Maifeld lockte. Der letzte Ritter des streitbaren Geschlechts,
Johann Sutter, Vogt zu Waldesch, wurde wegen
beabsichtigten Strassenraubes durch das Schöffengericht zu
Coblenz zum Tode verurteilt und 1536 enthauptet.
Coberu wird überragt von zwei malerischen Burgruinen,
der Nie der bürg und der Ober- oder Altenburg. Der
Weg zu beiden führt am Kirehplatze hinan, r. die Niederburg,
1. Kirchhof mit altertümlicher Kapelle, dann an mehreren
Mühlen vorbei bis zum Eingang des Stationsweges,
auf diesem durch die Weinberge bis zu der Station, die den
Heiland im Garten Gethsemane darstellt. Von hier führt ein
Fusspfad zur Niederburg hinauf; oben umfassende Aussicht
aufs Thal. Verfolgt man den Stationsweg weiter — wegen
des losen, leicht nachgebenden Schiefers kein angenehmer
Gang — so kommt man zuletzt zum Kreuz, das auf mehreren
Mühlsteinen errichtet ist. Von hier herrlicher Umblick
bis weit über den Hunsrück Weiter r. landeinwärts etwas
hinab zu Mauerwerk, dann zu einer Kapelle, und bald befindet
man sich im Innern der Ober- oder Altenburg, J/4 Std.
von der Kirche in Coberu gelegen. Die Oberburg, im 10.
oder 11. Jahrhundert erbaut, hat eine riesige Ausdehnung.
Am besten erbalten ist noch der Hauptturm, mit Kreuzgewölben
und mehreren kleinen Gemächern. Innerhalb der
Ruinen erhebt sich die Burgkapelle zum h. Matthias, das
Ziel der Matthias-Prozession, für jeden Fremden sehr sehenswert.
Den Schlüssel erfrage man in Coberu.
Die Burgkapelle, zur Zeit der Kreuzzüge, um 1230 von einem
Kreuzfahrer des Coberner Rittergeschlechts erbaut, ist eins der zier¬