Full text: Mosel- und Saarführer

40 
und der sogenanntem Mönchskappe; das Portal der Kirche ist 
bemerkenswert. Sehenswert der sogen. Kau'funger Hof, 
lange Zeit im Besitze des Koblenzer Patriziergesehlechtes 
Stoudt von Limburg. 
Oberhalb Lays tritt der Hunsrück mit seinen Schiefer¬ 
felsen steil an den Fluss; die Kuppen sind mit schönem 
Wald bedeckt. Gegenüber gleichfalls ein ziemlich steiler 
Felsenabhang', das Röttchen, der bis zur Höhe mit Wein 
bepflanzt ist. Eine Viertelstunde flussaufwärts treten die 
Felsen mehr zurück und bieten grössere Flächen zum Wein¬ 
bau dar. Eine von alten Nussbäumen beschattete Strasse 
führt nach dem wohlhabenden Marktflecken^ 
Winningen (1.) [Windiga], 8 km., Bahnhof; Gasth. zum Schwan, 
an der Mosel, bei Hoffbauer, N. u. F. 1,50—2 M., M. 1,50 M., 
P. von S’/i M. an; zum Adler bei Alb. Hoffbautr, N. u. F. 
1,50 M.—2. M., M. 1,60 M., P. 4 M. Der Flecken hat jetzt 
1900 Einwohner und erhält durch die wohlgebauten Häuser 
und die engen, doch säubern, gut gepflasterten Strassen das 
Aussehen einer kleinen Stadt. Auf dem etwas erhöhten 
Moselufer gelegen, von Weinbergen und Obst- und Gemüse¬ 
gärten umgeben, gewährt es einen anmutigen Anblick. Die 
günstige Lage hat schon in der ältesten Zeit zu Nieder¬ 
lassungen eingeladen. Dass die Römer hier Ansiedlungen 
besassen, beweisen die Funde von römischen Münzen, 
Waffen und Geräten. Einige Forscher verlegen nach 
Winningen den Geburtsort des Kaisers Caligula. Urkundlich 
erwähnt wird der Ort in einer Schenkung, die König Arnulph 
888 dem Kloster St. Maxirain zu Trier machte. Ehemals 
gehörte er zur Pfalzgrafschaft, kam dann durch Erbschaft 
an die Grafen von Sponheim, in deren Besitz er mit andern 
Orten der sogenannten „hintern Grafschaft“, wie Enkirch, 
Trarbach, Wolf, Veldenz u. a., protestantisch wurde und es 
auch heute noch fast ausschliesslich ist. Turm und Chor der 
protest. Pfarrkirche sind alt; das Schiff stammt aus dem 
18. Jahrh. Jetzt hat der Ort unterhalb auch eine kleine 
katholische Kirche in gotischem Stile. 
Seit 1776 gehörte Winningen zu Baden. Die durch die 
Konfession herbeigeführte Abgeschlossenheit hatte auf Sitte, 
Tracht und Mundart Einfluss, selbst auf die Pflege der Wein¬ 
berge. Von der Tracht ist das sogenannte Pfälzer Häubchen 
noch beibehalten. 
Neben der Kirche wird als ältestes Gebäude des Ortes 
das kleine Burg haus des 1877 ausgestorbenen Freiherrn¬ 
geschlechtes von Heddesdorf gezeigt, das diese seit Ende des 
16. Jahrhunderts bewohnt hat. — Kriegerdenkmal.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.