Full text : Mosel- und Saarführer

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Nachbildung  des  Abendmahls  von  Leonardo  da  Vinci,  in  der  Grosse
des  Originals,  an  der  Kuppel  die  Evangelisten  und  Engelsfiguren.  —
Im  südlichen  Pavillon  liegen  die  Räume,  die  Kaiser  Wilhelm  I.  bewohnt
  hat.  Das  einfach  ausgestattete  Arbeitszimmer  enthält  eine
Oeschichtstaiel  der  wichtigsten  Begebenheiten  aus  der  Geschichte
Goblenz’.  Daran  schliessen  sich  die  Salons  an,  welche  die  Wohnräume
  der  Kaiserin  Augusta  bildeten.  Im  Speisesaal  die  Bildnisse
des  Kurfürsten  Clemens  und  seiner  Schwester,  der  Prinzessin  Kunigunde
  von  Sachsen,  ferner  eine  Ansicht  der  Stadt  Ooblenz  mit  Ehrenbreitenstein,
  ein  Geschenk  der  Frauen  Coblenz’  zur  silbernen  Hochzeit
  des  Kaiserpaares.  Im  Empfangssalon  ein  Freskogemälde  von
Zick,  „Nacht  und  Morgen“,  und  ein  Originalbildnis  des  Kurfürsten,
sowie  die  Jugendbildnisse  Kaiser  Friedrichs  und  der  Grossherzogin
von  Baden;  über  dem  Kamin  ein  Originalbildnis  Friedrichs  des
Grossen.  Durch  einen  Gang  mit  Holzsehnitzwerk  gelangt  man  in
das  Wohnzimmer  der  Kaiserin  ;  Bildnisse  der  englischen  Königsfamilie
  und  des  Kaiser  Wilhelms  I.;  ein  schönes  Oelgemäldc,  „Trost
im  Gebet“  von  Hübner  ist  ein  Geschenk  Kaiser  Wilhelms.  Zwischen
den  Fenstern  ruht  auf  starkem  Postament  das  Prachtalbum  mit  80
durch  Düsseldorfer  Künstler  gemalten  Bildern  aus  Rheinlands  Sago
und  Geschichte,  ein  Geschenk  der  rheinischen  Stände.  —  Im  Thronsaale
  ein  grosses  Fresko-Deckenbild  von  Zick,  den  Sieg  der  Gerechtigkeit
  darstellend.  Zur  Seite  des  Thrones  hängen  Hohenzollernbildnisse.
  Der  folgende  Gobelinsaal  hat  seinen  Namen  von
Gobelins,  mythologische  Scenen  darstellend,  angeblich  ein  Geschenk
Ludwigs  XVI.  an  Friedrich  d.  Gr.  Auf  der  Stadtseite  dieses  Schlossflügels
  sind  die  Schlaf-  und  Wohnräume  der  Kaiserin,  sowie  Fremdenzimmer.
  Tafeln  mit  Koransprüchen  erinnern  daran,  dass  hier  im
Juli  1867  der  Sultan  Abdul  Aziz  gewohnt  hat.
Der  sehenswerteste  Raum  des  Schlosses  ist  der  im  Mittelbau
gelegene  Ku  rlürsten  saal,  so  nach  den  Bildnissen  der  Trierischen
Erzbischöfe  und  Kurfürsten  genannt,  die  Friedrich  Wilhelm  IV.  hat
ankaufen  und  wiederherstellen  lassen,  und  die  auf  Befehl  der
Kaiserin  Augusta  vom  Brühler  Schlosse  hierher  gebracht  wurden.
Die  Sammlung  umfasst  sämtliche  Kurfürsten  von  1511  ab  bis  auf
den  letzten,  nur  zwei  fehlen.  Dem  Kunstsinne  der  Kaiserin  Augusta
sind  auch  die  Sammlungen  von  Kunstwerken,  Möbeln,  Bildern  und
Kupferstichen  und  Geschichtswerken  zu  verdanken,  die  alle  auf  die  Geschichte
  des  Kurstaates  Beziehung  haben.  Gemäss  dem  Testament
der  Kaiserin  verbleiben  die  grossartigen  Sammlungen  dem  Koblenzer
Residenzschlosse.
Auf  dem  Schlossplätze  steht  ein  lonnmentalbruunen,
ein  Geschenk  der  Stadt  Cohlenz  im  Jahre  1875  zur  Erinnerung
an  die  25.  Wiederkehr  des  Tages,  an  welchem  das  Kaiserpaar
1850  in  das  Residenzschloss  seinen  Einzug  hielt.  Von  dem
jetzt  zum  Teil  niedergelegten  Mainzer  Thore  kommt  mau
in  wenigen  Minuten  zu  der  Eisenbahnbrücke.  Der
weite  Landhrückenbogen  ist  zu  einer  Königshalle  verwendet,
mit  den  Reliefbildern  Friedrich  Wilhelms  IV.  und  Wilhelms  I.
Die  Brücke,  1862—64  erbaut,  überschreitet  den  Rhein  in
drei  schlanken  Eiseubogeu  von  je  97  m  Spannweite.  Die
stromaufwärts  gelegene  Seite  ist  für  Fussgänger  gegen  ein
Brückengeld  von  2  Pfg.  geöffnet.  Von  der  Brücke  eine
prächtige  Aussicht.  Ein  Gang  über  die  Brücke  ist  daher
sehr  zu  empfehlen,  desgleichen  die  Besteigung  des  auf  dem
gegenüberliegenden  Ufer  sich  erhebenden  Asterstein.
            
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