Full text: Mosel- und Saarführer

25 
Wassers schon benutzt haben, wie das heute noch zum Mühlen¬ 
betrieb geschieht. 
Von besonderem Interesse ist es, den Lauf der Mosel 
von der ältesten bis zur gegenwärtigen Zeit zu verfolgen. 
Mit der Richtung von Sw. nach NO. tritt sie unterhalb 
Siercks, woselbst das Thal auf eine kurze Erstreckung auf¬ 
fallend enge ist, in preussisches Gebiet. Die Thalenge bei 
Sierck hat ihre Ursache darin, dass hier feste Quarzitschichten 
zu durchbrechen waren. Schon bei Apach unterhalb Siercks 
nimmt das Thal die gleiche Breite an wie oberhalb Siercks. 
Unterhalb Remichs macht die Mosel einige grosse Bogen, 
wahrscheinlich in Folge von Verwerfungen, auch unterhalb 
Nittels bei Grevenraachern verläuft sie in einer durch Ver¬ 
werfungen erfolgten grabenförmig eingesenkten Gebirgs- 
partie; wie oben angegeben, wendet sie sich in dem durch 
Verwerfungen gestörten Gebirgsteil anfangs nach 0. und 
dann nach SO., bis Conz, dann wieder in n. ö. Richtung. 
Während das Thal zwischen Conz und Schweich eine ansehn¬ 
liche Breite hat und keine scharfe Krümmungen der Mosel 
erfolgen, wird dasselbe unterhalb Schweichs, wo der Fluss 
ins Devon eintritt, •merklich enge, und es beginnen die 
grossen und vielfach sehr scharfen Biegungen, welche die 
Mosel im grösseren Teil ihres Laufes bis Coblenz beibehält. 
Der Mosellauf dürfte in der früheren Zeit ein mehr 
geradliniger gewesen sein, nach den vielen hohen und breiten 
Diluvialterrassen zu urteilen, die in fast gerader Richtung 
von SW. nach NO. zu beiden Seiten längs der Mosel her¬ 
laufen, sowie nach Gehirgseinbuchtungeu hoch über dem 
heutigen Thale, die mau beim Begehen der Höhen auf der 
südlichen Seite, zumal an der unteren Mosel, findet. — Die 
vorher gedachte Moselgahelung bei Schweich bestand noch 
zu der Zeit, als der Fluss in einem 80 in höheren Niveau 
verlief. Der südliche Arm hatte fast die Richtung wie der 
heutige Lauf, dies deuten die 80—100 m über der Thalsohle 
verkommenden Diluvialterrassen an. Es war dies in der 
Zeit, in welcher die plateauförmigen Höhen im SO. und 0. von 
Trier, bei Kernscheid, Irsch und Tarforst, des Grtinebergs und 
die östlichen von Ruwer noch das Moselbett bildete. Der 
Höhenzug zwischen Irsch, Tarierst und der Ruwer bildete 
damals den östlichen Uferrand der Mosel. — Wenn man vom 
Grüneberg seinen Blick nach Schweich hin richtet, so fällt 
sofort eine breite Thalsenke von gleicher Höhe wie das 
Plateau des Grüneberges auf, die zwischen den hohen 
Schieferbergen östlich von Schweich und dem steil gegen die 
Einsenkuug abfallenden Buntsandsteinrücken nördlich von 
Schweich in nordöstlicher Richtung sich forterstreckt. Bei
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.