Full text : Mosel- und Saarführer

18

arbeiten  liefert  der  obere  Buntsandsteiu  der  trieriscben  und
der  unteren  Kyllgegend,  sowie  der  auf  denselben  folgende
Muschelsandstein  (Udeifanger  Sandstein),  der  eine  Berühmtheit
  erlangt  hat  und  schon  zur  Römerzeit  vielfach  verwandt
worden  ist.  Nach  Mitteilung  eines  Altertumsforschers,  des
Herrn  Jacobi  in  Homburg  v.  d.  H.,  wurde  auf  der  Saalburg
bei  Homburg  ein  Bildwerk  (genius)  gefunden,  das  nach
Kennerurteil  aus  Udeifanger  Material  besteht.  Die  Hauptsteinbruchsbetriebe
  in  unserer  Nähe  sind  im  oberen  Buntsandstein,
  zur  Zeit  besonders  an  der  unteren  Kyll,  namentlich
bei  Cordei.  Hier  und  wahrscheinlicher  noch  aus  dem  verlassenen
  grossen  Steinbruch  bei  Altenhof  ist  auch  das
Material  zur  Porta  nigra  genommen  worden.  Mit  denselben
Gesteinsproben  von  beiden  Lokalitäten  verglichen,  zeigen
ganz  dieselbe  Beschaffenheit.  Sie  sind  mehr  oder  weniger
feinkörnig,  teils  fast  glimmerfrei,  teils  reich  an  silberglänzenden
  Glimmerschüppchen,  graulich-gelblich  und  grünlich-weiss
gefärbt  mit  einem  Stich  ins  Bläuliche,  manchmal  zeigen  sich
auch  matte  graulich-rote  Färbungen  und  röthliche  Streifen
bei  dem  Gestein.  Lebhaft  rot  gefärbte  Sandsteine,  wie
man  Blöcke  am  Fusse  des  Römerthores  an  einzelnen  Stellen
eingemauert  findet  und  auch  im  Innern  desselben,  sind  später
eingesetzt  worden  und  stammen  aus  anderen  Brüchen.  Die
grosse  Ausdehnung  des  alten  Steinbruchs  am  Altenhof  lässt
annehmen,  dass  hier  ehemals  vieles  Material  und  gewiss  für
triersche  Bauwerke  gewonnen  worden  ist,  weil  die  nahen
Orte  Lorich  und  Aach  gute  Sandsteine  in  ihrer  Nähe  haben.
Das  unter  dem  Namen  „Trierscher  Kalk“  (Muschelkalk)
bekannte  Material  wird  vielfach  gewonnen  und  weithin  versandt.
  Besonders  in  der  neueren  Zeit  findet  ein  starker
Betrieb  teils  durch  Tage-,  teils  durch  unterirdischen  Bau
statt,  zumal  bei  Wellen  a.  d.  M.,  woselbst  in  dem  Kalkstein
ein  12  m  mächtiges  Lager  von  Dolomit  vorkommt,  von  dem
Herr  M.  Hansen  täglich  15  D.  Waggons  nach  Eisenhütten
versendet.  Dieser  Dolomit  wird  nach  dem  Thomasverfahreu
bei  Verhüttung  phosphorhaltiger  Eisenerze  (Minette)  verwandt
und  dabei  die  Thomasschlacken  als  Nebenprodukt  gewonnen.
Ferner  dient  der  Kalk  zur  Beschotterung  von  Wegen,  zur
Darstellung  von  Pflastersteinen  und  baulichen  Zwecken.
Auch  die  alten  Römer  haben  ihn  vielfach  benutzt  (z.  B.  am
Amphitheater).  Ein  anderes  Material,  das  in  früheren  Jahren
in  grösseren  Mengen  gewonnen  wurde,  ist  der  Gips  in  der
mittleren  Triasformatiou  an  der  Mosel  und  Sauer.  Gegenwärtig
  findet  nur  noch  bei  Igel,  woselbst  das  Lager  6—7
ra  mächtig  ist,  Betrieb  statt.  Hier  kommt  in  dem  Gips  auch
Steinsalz  vor,  teils  in  ganz  dünnen  Streifen,  teils  im  Gips
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.