Full text : Mosel- und Saarführer

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für  ihre  Hochöfen  die  Erze  aus  den  reichen  Erzlagern
Luxemburgs  und  Lothringens  auf  wohlfeile  Weise  erhalten
können.  Zur  Zeit  liegt  die  Schiffahrt  auf  der  Mosel  des
geringen  Wasserstandes  wegen  darnieder.  Der  Handel  mit
Erzen.  Kohlen  und  Steinen  würde  sich  ungemein  heben,
wenn  Schleppdampfer  grössere  Frachtschiffe  stromauf  ziehen
könnten,  was  jetzt  nur  bei  günstigem  Wasserstande  geschieht.
Zur  Aufwärtsbeförderung  kleiner  Frachtkähne  durch  Pferde
ist  längs  der  ganzen  Strecke  ein  Leinpfad  angelegt.
Bei  Frouard  nimmt  die  Mosel  die  gleichfalls  auf  den
Vogesen  entspringende,  161  km  lange  Meurthe  auf.
Bei  Noveaut,  13  km  von  Metz,  erreicht  der  Fluss  die
deutsche  Grenze,  fliesst  an  Metz  und  Diedenhofen  vorüber
durch  die  lothringische  Hochebene  und  betritt  bei  Sierck
die  Rheinprovinz,  bis  zur  Mündung  der  Sauer  bei  Wasserbillig
  die  Grenze  zwischen  dieser  und  Luxemburg  bildend.
Bei  Coaz  mündet  rechts  ihr  grösster  Nebenfluss,  die  Sauer.
Ausser  der  Sauer  nimmt  die  Mosel  von  der  Eifel  die
Kyll,  die  Salm,  die  Lies  er,  den  Alfbach  und  die
Eltz  auf,  vom  Hochwalde  und  Hunsrück  die  Ruwer,  die
Thron,  den  Veldenzer  und  den  Andelbach.
Das  Flussbett  ist  meistens  kieselig  und  enthält  viele  Rollsteine;
  an  einzelnen  Stellen  eilt  der  Strom  auch  über  die
Felsensohle  hin,  die  bei  niedrigem  Wasserstande  sichtbar  wird.
Fast  überall  sind  seine  Ufer  fest,  weder  schlammig,  noch
sumpfig,  ein  Vorzug,  den  schon  Ausonius  rühmt.
„Nicht  mit  sumpfentsprossenem  Schilf  sind  die  Ufer  umvvoben,
Nicht  überziehst  du  schleichenden  Laufs  mit  schmutzigem  Schlamme
Dir  das  Gestad':  man  erreicht  dein  Flussbett  trockenen  Fusses."
Ausonius  verbreitet  sich  in  75  Versen  seiner  Mosella
über  den  Fischreichtum  der  Mosel.  Er  zählt  besonders  auf:
die  Forelle,  das  Neunauge,  die  Aesche,  die  Barbe,  den  Salm,
die  Lamprete,  den  Hecht,  den  Barsch,  „die  Wonne  des  Mahles“;
die  Schleie,,,  die  Speise  des  Volks“;  den  Weissfisch,  den  Maifisch,
  die  Lachsforelle,  den  Gründling  und  den  Stör,  „den  Walfisch
  der  Mosel.“  Auch  im  Mittelalter  wird  der  Fischreichtum
der  Mosel  gerühmt.  Noch  1690  heisst  es  in  einem  über  den
Mosel-  und  Saargau  erschienenen  Buche:  „Die  Mosel  ist  an
Fischen  vor  andern  aus  der  Massen  reich.“  In  der  Gegenwart
  gehört  der  Fischreich  tum  nicht  mehr  zu  ihren  besondern
Vorzügen,  obwohl  auch  heute  noch  die  meisten  der  von  dem
römischen  Dichter  erwähnten  Fische  in  ihr  gefangen  werden.
Die  auch  im  Moselthale  vom  Staate  unterhaltenen  künstlichen
Fischzuchtvereine  sehen  weniger  darauf  ab,  den  Fischreichtum
der  Mosel  zu  heben,  als  vielmehr  ihre  Nebenflüsse  mit  Edelfischen
  zu  bevölkern.
            
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