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nördlich von Verneville besetzt und begann von Verneville einen
heftigen Artilleriekampf gegen den Feind, der in den Pachthöfen
Champenois, L’Envie und Chantrenne und dem darüber gelegenen
La Folie eine sehr gedeckte Stellung hatte. Die 18.
Division nahm zwar die beiden Pachthöfe L’Envie und Chantrenne,
konnte sie aber nur unter entsetzlichen Verlusten halten. Die
Artillerie bei Verneville litt ebenfalls fürchterlich, ebenso die sie
deckende Infanterie im Gehölz de la Gusse. Die 25. Division brachte
wenig Erleichterung; das Füselierbataillon 85 opferte sich auf; unter
ungeheueren Verlusten wurde endlich um 4‘/j Uhr Chantrenne erobert,
konnte aber nur unter grossen Verlusten von den 9. Jägern, den
36ern und den 85ern verteidigt werden. Als endlich die Artillerie
des 3. Korps der des 9. zu Hilfe kam, brachten sie die französische
Artillerie zum Schweigen, und gegen 5 Uhr hörte der Kampf in der
Mitte der Gefechtslinie auf. Das 9. Korps hatte einen Verlust von
4000 Mann gehabt.
Die Hauptstärke des Feindes war auf seinem linken Flügel, bei
den Gravelotte gegenüber jenseits des tiefen Einschnittes des Mancebaches
gelegenen Höfen Point du jour, St. Hubert und
Moscou. Unter grossen Schwierigkeiten liess der Führer des 8.
Korps (Goeben) die Artillerie bei Gravelotte antfahren und durch
die des 7. Korps verstärken. Sie konnte nur sehr langsam Boden
gewinnen, unterstützt durch die 16. Division (Reg. 33, 60, 67, 28 und
8. Jäger). Es gelang ihnen, St. Hubert zu nehmen; die 31. Brigade
{Regt. 29 und 69) half das Gewonnene behaupten, ebenso das
39. Regt. Doch war hier ein weiteres Vordringen nicht möglich.
Die Schlacht kam zum Stehen, bis endlich gegen 7 Uhr das 2. Corps
(Pommern), das seit 2 Uhr morgens auf dem Marsche war, herbeieilte.
Es folgte der 32. Brigade (Regt. 72 und 40), die gegen die
Manceschlucht vorgeschickt war, und stürmte auf des Königs persönlichen
Befehl die Höhe von Point du jour. Sie wurden von
einem fürchterlichen Geschützfeuer empfangen; doch gelang es den
Pommern (Regt. 5t, 14, 2 und 42) bis zu den Mauern des Hofes vorzudrängen
und die ganze Stellung zu besetzen. Die Nacht machte
dem Kampfe ein Ende.
Die Entscheidung der Schlacht kam von dem linken Flügel der
Deutschen. Hier begann der Kampf um 3'/g Uhr nachmittags mit
der Erstürmung des Dorfes St. Marie-aux-Chenes durch Teile
des sächsischen Armeecorps (104., 105. Reg. und die 12. Jäger und
1. Bataillon 108er) und durch 2 preuss. Garderegimenter und die
Gardejäger. Die Artillerie konnte bei dem Dorfe Aufstellung nehmen
und Ronco urt und Am an weiler beschlossen. Unterdessen
umgingen die Sachsen (23. Division und 48. Brigade) In weitem
Bogen über Auboué den rechten Flügel des Feindes, um zunächst
Roneourt zu nehmen. Ohne das Eintreffen der Sachsen abzuwarten,
befahl der Führer der preuss. Garde, Prinz August von Württemberg,
der 1. Gardedivision und der 4. Brigade, den Sturm auf das stark
befestigte und stark besetzte St. Privat. Der Weg führte über
ebenes Feld ohne jede Deckung. Unter den fürchterlichsten Verlusten
gelangen sie in die Nähe des Feindes, müssen dann aber,
am Boden liegend, den Kugelregen ertragen, bis endlich die Artillerie,
174 Geschütze, ihren gemeinsamen Angriff gegen St. Privat
richtet und es in Brand schiesst. Das 1. und 2. hess. Regt, und die
hess. Jäger waren der Garde zu Hilfe geeilt. Da nahten endlich um
7 Uhr die Sachsen, nahmen Roneourt und mit der Garde auch das
brennende St. Privat, den Schlüssel der feindlichen Stellung, wo
2000 Franzosen sich gefangen gaben. Teile des eben augekommenen
10. Korps (Regt. 17, 92 und die Jäger) helfen den Kirchhof und die
nächsten Gehöfte und den Waldsaum erobern. Die herbeieilende
französische Garde kann das Vordringen der Deutschen nicht mehr