Full text : Mosel- und Saarführer

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du  jour)  hin  und  zurück  6  km;  von  Gravelotte  nach  Yerneville
  5  km,  Amauweiler  5  km,  nach  St.  Privat
zum  Aussichtsturm  und  zurück  6  km,  ira  ganzen  also  9  bis
10  Std.  mit  dem  nötigen  Aufenthalt.  Wer  den  Besuch  bis
über  die  französ.  Grenze  nach  Mars-la-Tour  ausdehut,
oder  Abstecher  zu  den  abgelegenen  Denkmälern  machen  will,
wird  freilich  mehr  Zeit  nötig  haben.
Die  deutsche  Heeresleitung  betrachtete  als  ihre  Hauptaufgabe,
Bazaine  die  Strasse  von  Metz  nach  Verdun  zu  verlegen  und  ihn  so
in  Metz  einzuschliessen.  Da  die  Franzosen  versäumt  hatten,  südlich
von  Metz  die  Brücken  über  die  Mosel  abzubrechen,  konnte  ein
grosser  Teil  des  deutschen  Heeres  in  der  Nacht  vom  IS.  zum  16.  Aug.
den  Fluss  überschreiten,  voran  das  3.  Korps  bei  Corny,  weiter  südlich
folgten  das  Gardekorps,  das  9.,  12.,  8.  und  7.  Korps,  weit  zurück
endlich  das  2.  Korps.  Bazaine  wählte  zum  Abzüge  aus  der  Festung
die  Strasse  über  Gravelotte,  die  weiter  geradeaus  nach  Marsla-Tour
  führt.  Diese  Strasse  zu  gewinnen,  war  die  nächste  Aufgabe
  der  Deutschen  ;  sie  bildet  die  Mitte  des  Schlachtfeldes.  Sie  zu
fassen,  wurde  das  3.  und  10.  Korps  bestimmt,  die  das  9.  unterstützen
sollte,  ferner  die  6.  und  6.  Kavallerie-Division.
Bei  Rezonville  lagerten  3  französ.  Korps,  etwas  zurück  die
Garde,  ein  viertes  Korps  war  im  Anmarsche.  Den  Anfang  der  Schlacht
machte  um  9  Uhr  die  Kavallerie,  indem  sie  französ.  Reiterei  hei
Tronville  überraschte  und  in  die  Flucht  jagte.  Durch  das  unbesetzte
  Waldthal  von  Gorze  her  rückte  die  5.  Division  (8.,  48.,  52.
und  12.  Reg.  und  die  3.  Jäger)  vor,  erstiegen  die  Hochfläche  und  begegneten
  einem  heftigen  Widerstande.  Die  Verluste  waren  ungeheuer.
  Die  6.  Division  (20.,  36.,  24.,  64.  Reg.)  bewegte  sich  von  Tronville
  her  gegen  Vionville,  das,  wie  später  auch  das  kleine  Flavigny
  gegen  ll*/3  Uhr  nach  wildem  Kampfe  genommen  wurde.  Das
3.  Korps  stand  in  "einer  fast  eine  Meile  laugen  Linie  gegen  eine  bedeutende
  Übermacht.  Die  ö.  Division  konnte  zwischen  Gorze  und
Rezonville  nur  wenig  Boden  gewinnen;  sie  hatten  Mühe,  die
Uehermachtabzuwehren;  auch  die  Verstärkungen  durch  das  10.  Korps
(78.,  66.,  79.  Reg.)  und  durch  Teile  des  8.  Korps  (40.  und  72.  Reg.)
und  durch  das  11.  Reg.  änderten  an  dem  Stande  der  Schlacht  nichts;
alle  litten  furchtbar.
Noch  ernster  wurde  die  Lage  auf  dem  1.  Flügel  der  Deutschen,
wo  die  Franzosen  unter  Ladmirault  eine  Umgehung  versuchten,
während  Can  rot  ert  von  der  Römerstrasse,  die  sieh  in  gerader
Linie  hinter  der  Hauptstrasse  an  einem  Wäldchen  entlang  zieht,  auf
Vionville  vorrückte.  Auf  der  Römerstrasse  stand  die  französ.  Artillerie.
  Um  diese  zum  Schweigen  zu  bringen,  warf  der  Führer
des  3.  Korps,  v.  Alvensleben,  die  Reiterhrigade  v.  Bredow  (Kürassierreg.
  Nr.  7  und  das  Ulanenreg.  Nr.  76)  im  ganzen  800  Manu  gegen
sie  vor.  Es  war  der  bekannte  „Todesritt“,  den  Freiligrath  in  seinem
Gedicht,  „die  Trompete  von  Gravelotte“  verherrlicht  hat.
Von  der  von  neuem  vordringenden  feindlichen  Übermacht
wurden  die  Deutschen  wieder  über  die  Chaussee  zurückgedrängt.
Die  Dörfer  Tronville  und  Vionville  waren  in  Gefahr,  wieder  verloren
zu  gehen,  als  das  3.  Korps  gegen  4  Uhr  durch  die  20.  Division  (Reg.
56,  79,  17,  92  und  10.  Jäger)  Hilfe  erhielt.  Die  38.  Brigade  (Reg.  16
und  57)  wendet  sich  nördlich  gegen  die  weit  vorgerückte  Umgehungslinie
  des  Feindes;  sie  dringt  vor  bis  zu  einer  60  Fuss  tiefen  Felsschlucht,
  wo  sie  von  der  Uehermacht  fast  aufgerieben  wird.  Um
den  vordringenden  Feind  aufzuhalten,  opfern  sich  vor  Mars-la-Tour
die  Gardedragoner  unter  dem  Obersten  v.  Auerswald.  Da  lässt
            
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