Full text : Mosel- und Saarführer

—  144

chette.  Lauvallier  musste  indessen  bei  einem  neuen  starken
Angriff  der  Franzosen  wieder  verlassen  werden  ;  dock  gelang  es  der
1.  Division,  den  Platz  von  neuem  zu  erobern,  und  als  dann  die
28.  Brigade  (Reg.  53  und  77)  und  das  36.  und  84.  Regt,  bis  Grigy
vordrangen,  zog  Bazaine,  der  vom  Schlosse  Borny  aus  die
Schlacht  geleitet  hatte,  sich  auf  seinen  rechten  Flügel  zurück.
Auf  dem  rechten  Flügel  der  Deutschen  war  es  endlich  dem
3.  Regt,  mit  den  44ern  und  dem  Füsilierbataillon  des  4.  Regt,  gelungen,
  das  Dorf  Méy  zu  nehmen  und  also  auch  hier  den  "Feind
zurückzudrängen.  Einige  Truppenteile  drangen  bis  unter  die  Ostforts
  der  Festung.  Die  Nacht  verbot  die  weitere  Verfolgung,  und
Bazaine  konnte  seinen  Rückzug  auf  das  1.  Moselufer  wieder  aufnehmen.
  Die  Verluste  waren  bedeutend  :  auf  deutscher  Seite  222
Offiziere,  4684  Mann,  bei  den  Franzosen  200  Offiziere  und  3408  Mann.
Weder  Gefangene,  noch  Kanonen  und  Fahnen  fielen  den  Siegern  in
die  Hände.  Doch  war  der  Hauptzweck  erreicht  :  die  Verzögerung
des  Abzuges  und  die  Erleichterung  der  Umgehung.
Die  Schlacht  bei  Noissevllle  am  31.  August  und  am
1.  September  fand  zum  Teil  auf  demselben  Boden  statt.  Als  Bazaine,
mit  der  französ.  Rheinarmee  in  Metz  eingeschlossen,  Mac  Mahon  mit
dem  Ersatzheer  nahe  wähnte,  suchte  er  den  eisernen  Ring  der
Deutschen  zu  durchbrechen.  Er  wollte  die  Hochebene  von  St.  Barbe
auf  dem  r.  Moselufer  gewinnen  und  bei  dem  noch  von  den  Franzosen
besetzten  Diedenhof  en  die  Mosel  überschreiten.  Er  zog  daher
seine  ganze  Armee  auf  das  r.  Moselufer.  Um  St.  Barbe  zu  erreichen,
musste  er  die  seine  rechte  Flanke  bedrohenden  Stellungen  nehmen,
die  von  dem  1.  Corps  besetzt  waren.  Noisseville,  die  Brauerei
L’Amitié,  Mon  toy  und  Colombey  und  Schloss  A  ubign  y  nebst
Coincy  wurden  den  tapferen  Ostpreussen  entrissen.  Doch  gelang
es  den  Franzosen  nicht,  die  Dörfer  nördlich  von  Noissevllle,  Servigny
  und  Fall  ly  zu  nehmen.  Das  letztere  hielt  das  Füsilierbataillon
  des  1,  Regt,  allein  gegen  eine  ganze  Division.  Die  2.  Brigade
  warf  dann  am  Abend  den  Feind  auf  der  ganzen  Linie.  In  der
Nacht  gelang  es  ihm  indessen,  vorübergehend  Servigny  und
Flanvillezu  besetzen.  Am  Morgen  tobte  der  Kampf  besonders  um
Noissevllle,  ohne  dessen  Besitz  die  Franzosen  bei  Servigny  nicht
durch  konnten.  Die  Regimenter  3  und  43  gewannen  es  wieder,
mussten  es  jedoch  gegen  die  Übermacht  von  neuem  aufgeben.  Erst
als  114  Geschütze  das  Dorf  beschossen,  zogen  sich  die  Franzosen  auch
auf  dem  1.  Flügel  zurück,  da  auch  Flanville  mittlerweile  von
den  Deutschen  wieder  erobert  war.
Wandert  man  von  Borny  nach  Colombey,  so  trifft
man  1  km  weit  I.  vom  Wege  die  ersten  Soldatengräber,  bald
darauf  das  erste  Denkmal,  ein  französisches.  Wenige  hundert
Schritte  weiter  1.  landeinwärts  stehen  die  Denkmäler  der
Reg.  15  und  55.  Hier  beginnt  nach  1.  die  viel  umstrittene
Totenallee;  dort  steht  das  Denkmal  der  73er  und  etwas
weiter  nahe  der  Totenallee  das  der  76er.  Die  bei  dem
Denkmal  befindlichen  Gräber  schiiessen  die  Gebeine  der  vor
einigen  Jahren  ausgehobenen,  im  Walde  und  auf  den  umliegenden
  Äckern  bestatteten  Soldaten  verschiedener  Regimenter
  ein.  Von  liier  zurück  durch  die  Totenallee  nach  dem
Schlosspark  von  Colombey.  Das  Schloss  liegt  noch  seit  dem
Schlachttage  in  Trümmern  ;  nur  die  Wirtschaftsgebäude
sind  wieder  aufgebaut.  Im  Park  mehrere  Gräber  von
Offizieren  der  15er  und  des  7.  Jägerbataillons.  Am  Eingänge
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.