Full text: Mosel- und Saarführer

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chette. Lauvallier musste indessen bei einem neuen starken 
Angriff der Franzosen wieder verlassen werden ; dock gelang es der 
1. Division, den Platz von neuem zu erobern, und als dann die 
28. Brigade (Reg. 53 und 77) und das 36. und 84. Regt, bis Grigy 
vordrangen, zog Bazaine, der vom Schlosse Borny aus die 
Schlacht geleitet hatte, sich auf seinen rechten Flügel zurück. 
Auf dem rechten Flügel der Deutschen war es endlich dem 
3. Regt, mit den 44ern und dem Füsilierbataillon des 4. Regt, ge¬ 
lungen, das Dorf Méy zu nehmen und also auch hier den "Feind 
zurückzudrängen. Einige Truppenteile drangen bis unter die Ost¬ 
forts der Festung. Die Nacht verbot die weitere Verfolgung, und 
Bazaine konnte seinen Rückzug auf das 1. Moselufer wieder auf- 
nehmen. Die Verluste waren bedeutend : auf deutscher Seite 222 
Offiziere, 4684 Mann, bei den Franzosen 200 Offiziere und 3408 Mann. 
Weder Gefangene, noch Kanonen und Fahnen fielen den Siegern in 
die Hände. Doch war der Hauptzweck erreicht : die Verzögerung 
des Abzuges und die Erleichterung der Umgehung. 
Die Schlacht bei Noissevllle am 31. August und am 
1. September fand zum Teil auf demselben Boden statt. Als Bazaine, 
mit der französ. Rheinarmee in Metz eingeschlossen, Mac Mahon mit 
dem Ersatzheer nahe wähnte, suchte er den eisernen Ring der 
Deutschen zu durchbrechen. Er wollte die Hochebene von St. Barbe 
auf dem r. Moselufer gewinnen und bei dem noch von den Franzosen 
besetzten Diedenhof en die Mosel überschreiten. Er zog daher 
seine ganze Armee auf das r. Moselufer. Um St. Barbe zu erreichen, 
musste er die seine rechte Flanke bedrohenden Stellungen nehmen, 
die von dem 1. Corps besetzt waren. Noisseville, die Brauerei 
L’Amitié, Mon toy und Colombey und Schloss A ubign y nebst 
Coincy wurden den tapferen Ostpreussen entrissen. Doch gelang 
es den Franzosen nicht, die Dörfer nördlich von Noissevllle, Ser- 
vigny und Fall ly zu nehmen. Das letztere hielt das Füsilier- 
bataillon des 1, Regt, allein gegen eine ganze Division. Die 2. Bri¬ 
gade warf dann am Abend den Feind auf der ganzen Linie. In der 
Nacht gelang es ihm indessen, vorübergehend Servigny und 
Flanvillezu besetzen. Am Morgen tobte der Kampf besonders um 
Noissevllle, ohne dessen Besitz die Franzosen bei Servigny nicht 
durch konnten. Die Regimenter 3 und 43 gewannen es wieder, 
mussten es jedoch gegen die Übermacht von neuem aufgeben. Erst 
als 114 Geschütze das Dorf beschossen, zogen sich die Franzosen auch 
auf dem 1. Flügel zurück, da auch Flanville mittlerweile von 
den Deutschen wieder erobert war. 
Wandert man von Borny nach Colombey, so trifft 
man 1 km weit I. vom Wege die ersten Soldatengräber, bald 
darauf das erste Denkmal, ein französisches. Wenige hundert 
Schritte weiter 1. landeinwärts stehen die Denkmäler der 
Reg. 15 und 55. Hier beginnt nach 1. die viel umstrittene 
Totenallee; dort steht das Denkmal der 73er und etwas 
weiter nahe der Totenallee das der 76er. Die bei dem 
Denkmal befindlichen Gräber schiiessen die Gebeine der vor 
einigen Jahren ausgehobenen, im Walde und auf den um¬ 
liegenden Äckern bestatteten Soldaten verschiedener Regi¬ 
menter ein. Von liier zurück durch die Totenallee nach dem 
Schlosspark von Colombey. Das Schloss liegt noch seit dem 
Schlachttage in Trümmern ; nur die Wirtschaftsgebäude 
sind wieder aufgebaut. Im Park mehrere Gräber von 
Offizieren der 15er und des 7. Jägerbataillons. Am Eingänge
	        

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