Full text : Mosel- und Saarführer

116

römischen  Bädern.  Der  gewaltige  Ban  stammt  aus  dem
4.  Jahrh.  und  batte  eine  Länge  von  172  m  und  eine  Breite
von  107  m.  Yon  dem  Mauerwerk  waren  noch  bis  in  die
neueste  Zeit  zwei  Stockwerke  erbalten,  wie  alte  Stadtbilder
Triers  in  der  Stadtbibliothek  zeigen.  Jetzt  sind  nur  noch
Teile  des  grossartigen  Erdgeschosses  übrig,  die  durch  Ausgrabungen
  von  1877  —  85  freigelegt  wurden.  Man  erkennt
deutlich  die  Heizeinrichtungen,  die  Laderäume,  Lichthöfe
und  Kanäle.  Der  in  dem  kleinen  Häuschen  wohnende  Wärter
  und  Führer  verkauft  auch  einen  Plan  für  10  Pfg.  Ein  in
der  Mitte  des  Ganzen  aufgeschichteter  Hügel  erleichtert  die
Übersicht.  Von  dem  rechteckigen  Frigidarium  (Kaltbad)  gelangt
  man  in  das  kreuzförmige  Tepidarium  (Schwitzraum),
dann  in  das  ebenfalls  kreuzförmige  Caldarium  (Warmbad)
und  das  erwärmte  Schwimmbassin.  Aus  den  blossgelegten
Teilen  ersieht  man,  dass  ein  beträchtlicher  Teil  der  Bäder
nach  der  Mosel  zu  auf  dem  jetzt  bebauten  Boden  gestanden  hat.
Zu  den  Eömerbauten  wird  auch  die  nahe  Mosel  brücke
gezählt;  sie  hat  eine  Länge  von  190  m  und  eine  Breite  von
7,5  m.  Römischen  Ursprungs  sind  nur  die  Pfeiler,  bis  auf
den  2.  und  den  7.  von  der  Stadtseite  her,  die  1689  von  den
Franzosen  gesprengt  und  1729  erneuert  wurden.  Von  der
Mitte  der  Brücke  ein  wundervoller  Blick  moselaufwärts  und
noch  schöner  moselabwärts  auf  das  prächtige  Gelände.
Wer  mehr  Zeit  auf  den  Aufenthalt  in  Trier  verwenden
will,  dem  sei  noch  folgendes  zu  besuchen  empfohlen.  Von
der  Moselbrücke  durch  die  Brückenstrasse  längs  der  Pferdebahn
  zum  Kornmarkt,  hier  links  das  neue,  prächtige  Gebäude
  der  Oberpostdirektion,  r.  das  Civilcasino,  gegenüber
das  Rathaus  mit  dem  Kaufhaus,  beide  in  gotischem  Stil  aus
dem  15.  Jahrh.,  neuerdings  geschmackvoll  hergestellt.  In
der  Mitte  des  Marktes  steht  der  1750  errichtete  St.  Georgsbrun
  n  e  n  mit  dem  hl.  Georg  und  vier  allegorischen  Figuren,
die  Jahreszeiten  darstellend.  —  Nicht  weit  vom  Hauptmarkte
in  der  Dietrichstr.  der  Frauken  türm  aus  dem  10.  Jahrh.,
jetzt  Warenlager.
Zum  Besuche  der  alten  und  sehenswerten  Abteikirche
St.  Matthias  benutze  man  die  vom  Hauptmarkte  1.  nach
der  Vorstadt  Löwen  brücken  führende  Pferdebahn.  Von
dem  Ende  der  Bahn  noch  einige  Minuten  zu  der  Kirche,
einer  der  ältesten  in  Deutschland,  da  die  gegenwärtige,  im
12.  Jahrh.  erbaute  auf  den  Fundamenten  eines  älteren  Bauwerkes
  steht.  Auch  diese  ist  später  noch  manchen  Veränderungen
  unterworfen  worden.  Das  schöne  Netzgewölbe
stammt  aus  dem  16.  Jahrh.,  ebenso  der  stumpfe  Glockenturm
im  romanischen  Stile.  Eine  Erneuerung  des  ganzen  Baues
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.