Full text : Mosel- und Saarführer

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Umgegend  Triers;  grosse  Mosaiken  ans  der  römischen  Villa  zu  Oberweis;
  60  Hermen  mit  römischen  und  griechischen  Köpfen,  von  der
Umfassung  eines  römischen  Fischweihers  in  Wclsehbillig;  Münzen
und  Bronzen  aus  der  Tempelanlage  zu  Möhn;  Pläne  von  römischen
Bauwerken.  Der  XVII.  Saal  enthält  römische  Bronzen,  der  XVIII.
eine  reiche  Sammlung  römischer  Thongefässe  und  Lanzen,  der  XIX.
römische  Gräber  aus  den  Gräberfunden  vor  der  Porta  nigra  und  vom
„Neuen  Weg“,  genau  aufgestellt,  wiesle  im  Boden  gefunden  wurden.
Der  XX.  Saal  zeigt  römische  Trinkbecher  mit  Aufschriften,  Terrakotten,
  eine  reiche  Sammlung  schöner  Gläser,  Ringe  und  Gemmen
und  Sigillatagefftsse.  —  Der  XXI,  Saal  enthält  vorrömische  Altertümer,
besonders  sehenswert  Rotläufcrs  Ausgrabungen  aus  dem  Kreise  Daun
—  schöne  Steinäxte  —  und  die  sogen,  etruskischen  Gefässe  aus  den
La  Tenegräbern  der  Nahe-  und  Saargegend.  —  Saal  XXII  umfasst
fränkische  Funde  und  eine  kleine  griechische  und  ägyptische  Sammlung,
  u.  a.  eine  Mumie  von  600  v.  Chr.  —  Der  XXH1.  Saal  umfasst
eine  reiche  Münzsammlung:  keltische,  römische  —  die  in  Trier  geprägten
  römischen  Münzen  in  zeitlicher  Reihenfolge  —  und  kurtrierische
  Münzen.
Die  Bildergalerie  in  Saal  XXIV  enthält  Bilder  der  altkölnischen
und  der  niederländischen  Schule;  in  der  Mitte  des  Raumes  Elfenbeingegenstände,
  Emaillen  aus  Limoges,  Bronzeschüssel  des  XII.
Jahrh.,  eine  Darstellung  des  barmherzigen  Samariters.  —  Saal  XIV
zeigt  eine  grosse  Sammlung  rheinischen  Steinzeuges,  Majoliken  und
Porzellans,  Gläser  aus  dem  16.—18.  Jahrh.
Die  neuen  Museumsanlagen  grenzen  im  Süden  an  den
römischen  Raiserpalast,  früher  nach  den  Vorgefundenen
Heizvorrichtungen  irrtümlich  „römische  Bäder“  genannt.  Der
wahrscheinlich  von  Constantin  d.  Gr.  errichtete  Prachtbau
war  kaiserlicher  Palast,  von  dem  nur  der  östliche  Teil  in
bedeutenden  Trümmern  aus  dem  Boden  emporragt,  von  den
noch  im  Boden  erhaltenen  Besten  ist  kaum  die  Hälfte  blossgelegt;
  der  ungemein  regelmässig  aufgeführte  Bau  lässt  aber
an  dem  sichtbaren  Teil  auf  die  Ausdehnung  des  Ganzen  einen
Schluss  ziehen.  Am  besten  erhalten  ist  der  in  drei  Apsiden
auslaufende,  mit  zwei  übereinander  liegenden  Reihen  von
Bogenfenstern  versehene  Staatssaal.  Einzelnes  Mauerwerk,
aus  Kalkhruchsteinen  mit  Ziegelreihen  aufgeführt,  erhebt
sich  noch  20  m  hoch  und  wirkt  recht  malerisch.  Neben  der
grossen  östlichen  Apsis  standen  2  Türme,  von  denen  der
südwestl.  noch  zum  Teil  erhalten  ist.  Eine  Wendeltreppe
von  76  ungewöhnlich  hohen  Stufen  führt  auf  den  höchsten
Punkt  der  Ruine,  der  einen  Ueberblick  über  den  Bau  und
die  Umgebung  gestattet.  An  den  Staatssaal  schliesst  sich
ein  quadratisches  Zimmer  mit  2  Apsiden,  daran  ein  runder
Saal.  R.  und  1.  von  diesen  Räumen  liegen  quadratische
Räume,  darunter  sind  auch  wohlerhaltene  Gänge  für  die
Dienerschaft  und  die  Heizanlagen.
Der  herrliche  Bau  muss  bald  nach  dem  Untergange  der  |
römischen  Herrschaft  vielfachen  Zerstörungen  und  Umwandelungen
ausgesetzt  gewesen  sein.  Wie  sehr  sich  der  Schutt  um  ihn  angehäuft  i
hat,  nimmt  der  Beschauer  leicht  an  den  blossgelegten  Ruinen  wahr.  I
Um  das  Jahr  1000  war  der  Bau  Kirche  und  eins  der  grossen  Bogen-
            
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