Full text : Mosel- und Saarführer

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statt  gehörige  Palais.  Von  hier  nach  der  Jesuitenstrasse,  au
der  hübschen  Jesuitenkirche  mit  schönen  Glasmalereien
und  Wandgemälden  von  Steffgen;  in  dem  Gewölbe  die  Grabstätte
  des  Dichters  Friedrich  v.  S  p  e  e,  f  1637.  Neben  der
Kirche  das  Königliche  Gymnasium,  in  dem  die  Räume  der
Stadtbibliothek  sich  befinden.  Eingang  in  dem  Hofe  r.
Die  Bibliothek  ist  sehr  reich  an  alten,  schönen  Handschriften
und  Wiegendrucken  und  darum  hesuchenswert.  Indem  Arheitsraum
  alte  Bildnisse  trierischer  Kurfürsten,  auch  von  Alba,
Huss,  Sickingen,  Cardinal  Cusanus  u.  a.;  ferner  ein  Bild  des
mittelalterlichen  Triers.  In  den  BibÜotheksräumen  mehrere
Bilder  der  ehemaligen  Klöster  in  und  um  Trier.  Unter  den
Wiegendrucken  sind  besonders  sehenswert  eine  Bibel  von  Fust
und  Gutenherg  von  1450,  das  Katholiken  von  1460.  Das
wertvollste  Buch  der  Bibliothek  ist  der  Codex  aureus,  ein
von  Ada,  angeblich  einer  Schwester  Karls  d.  Gr.,  der  Abtei
St.  Maximin  geschenktes  Evangelienbuch;  auf  dem  Deckel
ein  geschnittener  römischer  Sardonyx  von  seltener  Grösse;  die
Figuren  stellen  wahrscheinlich  die  Familie  Constantins  dar.
Berühmt  ist  auch  der  Codex  Egberti  aus  den  70er  Jahren
des  X.  Jahrh.,  eine  Perle  der  damaligen  Miniaturkunst.  Eine
dritte  sehenswerte  Handschrift  ist  der  Liber  aureus  mit  Urkunden
  des  Klosters  Prüm  in  Abschriften  aus  dem  9.  bis  II.
Jahrh.,  darum  für  die  Fortschritte  mittelalterlicher  Schreibkunst
  wichtig.  —  In  dem  ersten  Büchersaal  Briefe  von  Luther,
von  Ignaz  von  Loyola,  von  Blücher  über  den  Tod  der  Königin
Luise,  von  Schiller  u.  a.,  auch  Schillers  letzte  Schreihfeder.
Durch  die  Jesuitenstrasse  nach  dem  Constantinsplatz  an
der  Meerkatzkaserne  vorbei;  an  dem  Platze  steht  die
Basilika,  der  besterhaltene  Bau  aus  der  Römerzeit,  durch
seine  ungeheuren  Massverhältnisse  noch  mächtiger  wirkend  als
die  Porta  nigra.  Sie  ist  unter  Konstantin  d.  Gr.  von  306—
310  entstanden,  ganz  aus  den  eigentümlich  geformten  römischen
  Ziegeln  erbaut  und  hat  eine  Läng-e  von  63,7  m,  eine
Breite  von  27  m  und  bis  zur  Decke  eine  Höhe  von  31,4  m.
Wie  die  gleichen  altrömischen  Bauten  in  Rom,  Pompeji  u.
a.  Orten  diente  sie  zur  römischen  Kaiserzeit  als  Gerichtshalle
  —  in  der  Apsis  —-  und  in  dem  grossen  rechteckigen
Teile  für  den  kaufmännischen  Verkehr.  Boden  und  Wände
waren  im  Innern  mit  kostbarem  Marmor  bekleidet,  wovon
im  Museum  einige  Reste  aufbewahrt  werden.  Zwei  übereinander
  liegende  Reihen  hoher  Bogenfenster  jedes  7,5  m
hoch  und  3,9  m  breit,  geben  dem  herrlichen  Raume  Licht.
Der  Haupteingang  war  zur  Römerzeit  wie  auch  jetzt  ander
der  Apsis  gegenüberliegenden  Qnerseite  (Südseite);  zwei
kleinere  Eingänge  —  ehemals  wohl  für  die  Richter  bestimmt
            
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