Full text : Mosel- und Saarführer

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vollen,  edelsteiugeschmückteu  Einbänden  aus  dem  9.  und  13.
Jahrh.,  romanische  Reliquare  mit  den  Häuptern  des  Jüngers
Matthias  und  der  Kaiserin  Helena,  nebst  einem  Nagel  vom
Kreuze  Christi.  Auch  wird  hier  der  h.  Rock  in  einem  kunstvollen
  Schrein  auf  bewahrt,  doch  nicht  gezeigt;  erste  Ausstellung
  1512,  in  diesem  Jahrh.  1811,  1844  und  1891.
Neben  der  Thür  zur  Sakristei  ist  der  Eingang  zum
Kreuzgange;  (der  Küster  öffnet  gegen  ein  Trinkgeld.)  Der
Kreuzgang  ist  von  1220—80  erbaut;  in  ihm  die  Grabstätten
von  Weihbischöfen  und  Bischöfen,  auch  Kapellen  mit  alten
Fresken.  Im  Garten  einige  Stücke  der  riesigen  Granitsäulen
aus  dem  Dom.  Durch  eine  andere  Thür  gelangt  mau  aus
dem  Kreuzgauge  in  die
Liebfrauenkirche.  Haupteingang  neben  dem  Dom,  älteste
gotische  Kirche  Deutschlands,  von  1227—1243  aus  weissgelbem
  Sandstein  erbaut,  wahrscheinlich  nach  dem  Vorhilde
der  Abteikirche  zu  Braisne  bei  Soissons.  Das  Hauptportal
ist  sehr  reich  verziert,  besonders  das  sogen.  Tympanon.  Die
früher  zu  beiden  Seiten  stehenden  Heiligenfiguren  werden
erneuert.  lieber  dem  Portal  ein  Fenster,  das  wegen  seiner
unsymmetrischen  Form  früher  zu  den  Wahrzeichen  Triers
zählte.  Das  Innere  der  vor  etwa  15  Jahren  erneuerten
herrlichen  Kirche  stellt  einen  Rundbau  dar  mit  12  schlank
aufsteigenden  Pfeilern  und  ist  von  einem  35,16  ra
hohen  gewölbten  Kreuzbau  durchschnitten.  Auf  jeder  Säule
das  Bild  eines  Apostels;  von  einem  8  Schritte  vom  Eingänge
im  Fussbodeu  liegenden  Schiefersteine  kann  man  alle  12  Bilder
  übersehen.  Der  ganze  Bau  hat  eine  Länge  von  48,65  m,
eine  Breite  von  37,67  m.  Die  gewölbte  Decke  zeigt  eine
einfache,  wirkungsvolle  Malerei,  ln  den  schönen  Spitzbogenfenstern
  herrliche  Glasgemälde,  die  15  Geheimnisse  des  Rosenkranzes
  darstellend.  Der  neue  Hochaltar  von  Staiz  aus  Köln
ist  von  sehr  zierlicher  Arbeit.  Rechts  davon  ein  Altarbiatt,
den  h.  Sebastian  darstellend;  irrtümlich  wird  das  Gemälde
Guido  Reni  zugeschrieben.  An  den  Seiten  der  Kirche  zahlreiche
Grabdenkmäler  von  Domherren  und  Erzbischöfen,  sehenswert
besonders  das  von  Karl  v.  Metternich,  1636,  auch  ein  Altar  mit
Alabasterreliefs;  ein  anderer  Altar  mit  dem  Denkmal  Hugos
v.  Schönburg,  1581.  In  der  Sakristei  wird  das  alte  Seitenportal
mit  sehr  feinem,  fast  freigearbeitetem  Pflanzenschmuck  bewundert,
  ferner  ein  Porträtdenkmal  des  Johann  Segeusis,  f  1564.
Der  Turm  der  Liebfrauenkirche  hat  wegen  Baufälligkeit
abgetragen  werden  müssen,  daher  nur  der  abgestumpfte  untere
Teil  über  dem  Kreuzgewölbe.
Neben  der  Liebfrauenkirche  steht  der  Bischofshof,
die  Wohnung  des  Bischofs;  gegenüber  das  dem  Grafen  Kessel¬
            
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