Full text : Mosel- und Saarführer

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Ehrang  (1.),  wohl  •/*  Std.  von  der  Mosel  ab  au  der  Stelle
gelegen,  wo  die  Kyll  aus  den  hohen  Eifelbergen  tritt,  um
nach  einem  bedeutenden  Bogen,  den  sie  in  dem  flachen  Vorlaude
  zieht,  in  die  Mosel  zu  münden.  Der  Flecken  Ehrang
hat  2600  Einw.  Gasth.  Umbach,  Z.  u.  F.  1,30—1,50.  M.,  M.
1,50,  P.  3  M.;  Zender,  die  gleichen  Preise;  Bierwirtschaft
bei  Schmitt  am  Bahnhofe.  —  Hübsche  neue  Kirche  mit  hohem
Turme;  im  Kyllthal  aufwärts  einige  Gerbereien;  unterhalb  r.
von  der  Kyll  in  dem  ebenen  Verlande  eine  ausgedehnte
Thouwarenfabrik.
Dass  zur  Römerzeit  an  dieser  landschaftlich  bevorzugten  Stelle
Niederlassungen  waren,  beweisen  die  bedeutenden  Gräberfunde,  die
früher  und  in  grösserem  Massstabe  1891  hier  gemacht  worden  sind.
Auch  aus  der  merovingischen  Zeit  sind  Gräber  erhalten  geblieben.
Urkundlich  erwähnt  wird  der  Ort  erst  753  unter  dem  Namen  Yranc,
später  Jrank,  Erangia.  758  starb  in  der  Nähe  Ehrangs  der  Erzbischof
Milo  von  Trier  und  Rheims  infolge  der  Verletzungen,  die  er  durch
einen  Eber  erlitten  hatte,  und  wurde  in  dem  nach  ihm  benannten
Milowalde,  jetzt  Meulen»  oder  Meilenwald  bestattet.  Im  Mittelalter
war  Ehrang  durch  eine  Ringmauer,  von  der  noch  jetzt  bedeutende
Reste  stehen,  befestigt.  Karl  IV.  verlieh  dem  Orte  1346  Stadtrechte.
1673  wurde  Ehrang  durch  die  Franzosen  zerstört,  1689  abermals  durch
die  Mordbrennerbandeu  des  Marschalls  Crequi.
Von  Ehrang  aus  sind  in  der  Eifel  mehrere  schöne  Punkte  zu
erreichen,  üeber  dem  Orte  die  Milokapelle,  242  m  hoch,  mit  schöner
Aussicht  auf  das  Moselthal.  4,5  km  an  der  Kyll,  auf  sehr  anmutigem,
schattigem  Wege  zu  erreichen.  Ruine  Ramstein,  mit  ländlicher
Wirtschaft;  die  Burg  stammt  wahrscheinlich  aus  dem  11.  Jahrh.,  kam
im  14.  Jahrh.  an  Trier  und  wurde  1527  von  dem  Erzbischof  Richard
von  Greifenklau  erweitert.
In  dem  r.  von  dem  Kyllthal  gelegenen  Pfalzeier  Walde  die  Genofevahöhle,
  eine  Auswaschung  im  Sandstein,  in  Kriegszeiten
wahrscheinlich  ein  Zufluchtsort  der  nächsten  Dorfbewohner.  Auf
dem  Hochplateau  über  der  Höhle  Reste  eines  Ringwalles,  die  sogen.
Hochburg.  Von  der  Genofevahöhle  zeigen  Wegweiser  einen  näheren
Weg  unmittelbar  nach  Trier.
Von  dem  Quiuter  Berge  wendet  sich  die  Mosel  wieder
dem  Höhenraude  r.  zu,  nimmt  1.  die  Kyll  auf  —•  oberhalb  der
Kyllmündung  ein  kleines  Eiland  im  Strom  —  und  erreicht
den  Fuss  des  Grüueberges.  Vorher  mündet  in  sie  die  vom
Hochwald  kommende  Ruwer  r.,  durch  deren  Thal  die  Hochwaldbahn
  nach  Hermeskeil  führt.  Wo  die  Ruwer  aus  den
Bergen  tritt,  liegt  das  Dorf
Ruwer  (r.),  durch  den  Ruwerbach  geteilt,  der  den  Ort
in  die  früher  getrennten  Gemeinden  R.  -Maximin  (1.)  und
R.-Pauliu  (r.)  scheidet.  Gasth.  Longen,  Mertesdorf.  Der
1200  Einw.  zählende  Ort,  an  der  Hochwaldbahu  liegend,  ist
ein  beliebter  Ausflugspunkt  der  Trierer.
Ausonius  nennt  die  Ruwer  »marmore  clarus  Erubrus«,  wahrscheinlich
  nach  Marmorschneidemühlen,  die  der  Bach  trieb,  an  dessen
Ufern  noch  heute  eine  ziemliche  Anzahl  Mühlen  im  Betriebe  ist.
Die  Römer  hatten  durch  das  untere  Ruwerthal  eine  von  dem  Nebenbaehe
  Riveris  her  gespeiste  Wasserleitung  gelegt,  deren  Reste  noch
an  einigen  Stellen  sichtbar  sind.  Das  untere  Ruwerthal  hat  noch
            
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