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hoben. Sehr mildes Klima; Bernkastel besitzt die höchste
mittlere Jahreswärme an der Mosel. Die Lage ist herrlich-Den
schönsten Anblick gewährt die Stadt von der Brücke
oder von der Ruine Landshut. Die stattlichste Seite ist,
die am Staden gelegene. Der grössere Teil der Stadt drängt
sich in einem kleinen Seitenthal zusammen, weshalb die
Strassen eng und winklig sind; dort auch noch viele ubergebaute
Häuser aus schmuckem Fachwerk, was alles diesen
Stadtteilen ein mittelalterliches Gepräge verleiht. Sehenswert
sind: das Rathaus auf dem Markte; an einer Seite
sieht man noch den Pranger mit Inschrift. Im Rathause
werden drei kostbare Pokale aus der Burg gezeigt. Ferner
die Kirche zum hl. Michael, deren Turm mit hübschen
Nebentürmchen früher Wachtturm war. In der früheren
Kellerei, jetzt Lehrerinnenwobnung, übernachtete Maximilian I.
am 9. März 1512 auf der Reise nach Trier. Die spätere
kurfürstliche Kellerei, ein grosses Gebäude mit hohem, spitzem
Dache, ist jetzt Privateigentum. Hübsch nimmt sich auch
das am Staden gelegene neue Kreistagsgebäude aus. Das
1655 erbaute Kapuzinerkloster im oberen Stadtteil dient jetzt
als Kranken- und Waisenhaus. In der Nähe der Stadt einige
Schieferbrüche, sowie Blei- und Kupferbergwerke.
Der Name der Stadt stammt wahrscheinlich von Adalbero von
Luxemburg, der um das Jahr 1000 die Burg in Besitz hatte. 1017
wurde die Burg von dem Erzbischof Poppo von Trier zerstört, 1277
von dem Erzbischof Heinrich n. wieder aufgebaut und mit dem zu
ihren Füssen entstandenen Flecken aufs stärkste befestigt. Bald
darauf kamen Burg und Stadt in den Besitz des Trier’schen Erzbischofs.
Boemund II. baute die neue Besitzung aus »mit Sälen,
Kammern, Mauern, Türmen und Brustwehren, auch unterschiedlichen
bequemen Gebäuden und liess den lustigen und vermöglichen Ort,
zu dessen Schutze die Burg erbaut, von Kaiser Rudolf I. 1291 mit
Stadtrechten begnadigen.* Durch die Erzbergwerke gewann die
Stadt Wohlstand und Bedeutung. In den vielfachen Fehden des
Erzstiftes hatte Bernkastel verschiedene Belagerungen zu bestehen.
1627 wütete hier die Pest, so dass ganze Strassen äusstarben. 1639
wurde die Stadt von dem Herzog von Longueville mit französischweimarisehen
Truppen besetzt, doch nicht lange. 1674 hatte die
Stadt mit der Burg 500 Mann Besatzung kaiserlicher und trierischer
Truppen. Als am 21. März 1674 »die Franzosen bei 2000 stark diesen
Ort vor Tag anfielen, wurden sie mit blutigen Köpfen und Hinterlassung
vieler Todten abgewiesen.« 1688 waren Stadl und Burg wieder
in den Händen der Franzosen. Durch Feuer und Vernachlässigung
verfiel allmählich die Burg Landshut; die Besitzungen wurden verkauft.
Als der Kronprinz von Preussen 1839 in Bernkastel anwesend
war, wurde er gebeten, die Ruine Landshut als Geschenk anzunehmen.
Der Ruf des »Bernkastler Doktor« gründet sich auf die
Sage, dass einst ein kranker Kurfürst von Trier, bei dem alle Heilmittel
vergeblich angewendet worden waren, durch ein Fässchen
Weines aus dem Bernkastler Weinberge, das ihm ein alter Mann
spendete, von allem Leiden gesundete und in seiner Freude den
Weinberg seinen »Doktor« nannte.
Bernkastel lädt zu längerem Yerweileu ebenso ein wie