Full text : Mosel- und Saarführer

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lassung  dazu  gab  jedenfalls  die  Rücksicht  auf  die  Zollerhebung  auf
dem  damals  über  den  Trabener  Berg  und  dann  hier  aufwärts  zum
Hunsrück  führenden  Handelswege  auf  einer  alten  Römerstrasse.  Die
Burg,  zum  Teil  aus  den  Felsen  gehauen,  war  überaus  stark  befestigt,
»des  gantzen  umliegenden  Landes  Schutzwehr,  Freystatt  und  Erbauerin«.
  Den  wichtigsten  Schutz  gewährte  sie  der  zu  ihren  Füssen
liegenden  Stadt,  deren  Schicksal  denn  auch  von  dem  der  Burg  in
den  Kriegswirren  der  früheren  Jahrhunderte  nicht  zu  trennen  ist.
Im  Anfänge  des  30jährigen  Krieges  waren  Stadt  und  Burg  12  Jahre
lang  von  Spaniern  besetzt;  nach  einer  sechswöchigen  Belagerung
kamen  sie  in  die  Hände  der  Kaiserlichen.  Bei  dem  Einrücken  der
Franzosen  unter  Ludwig  XIV.  wurde  Trarbach  mit  der  Gräflnburg
auch  von  ihnen  besetzt  und  stärker  befestigt.  In  dem  spanischen
Erbfolgekriege  waren  beide  in  dem  Besitz  von  Reichsvölkern,  die
bald  den  Franzosen  weichen  mussten.  Nach  langer  Belagerung  gaben
diese  erst  die  Stadt,  dann  auch  die  Burg  wieder  auf.  Durch  die  nun
folgende  kurtrierisehe  Besatzung  hatte  die  Stadt  viel  zu  leiden.  1734
wurde  Trarbach  von  dem  französ.  Marschall  Bell-Isle  überrumpelt
und  das  Schloss  neun  Tage  lang  fürchterlich  beschossen,  bis  die
tapfere  Besatzung  unter  der  Bedingung  des  freien  Abzuges  die  zertrümmerte
  Burg  dem  Feinde  überliess,  der  nun  sämtliche  Werke
sprengte  und  schleifte.  Als  offene  Stadt  hatte  Trarbach  fortan  keine
Belagerung  mehr  zu  befürchten,  und  der  Ort  blühte  allmählich  auf.
—  In  dem  alten  Böcking’sehen  Hause  an  der  Mosel  wohnte  Goethe
1792  auf  der  Rückkehr  von  der  Campagne  in  Frankreich.  Friedrich
Wilhelm  IV.  ist  als  Kronprinz  verschiedene  Male  in  Trarbach  gewesen.
  In  dem  Fremdenbuche  des  1812  gegründeten  Kasinos  hat  er
seinen  Namen  eigenhändig  eingetragen.
Das  Trarbacher  Casino  stiftete  1845  ein  Fuder  Wein  für  das  beste
Mosellied.  Von  171  Bewerbern  errang  Otto  aus  Dresden  den  Preis;
allein  sein  Lied  wurde  bald  vergessen,  und  an  seiner  Stelle  wird  in
dem  ganzen  Moselgau  das  Schmidt’sche  Lied  gesungen,  dessen  erste
Strophe  wir  der  Einleitung  des  Mosel-  und  Saarführers  vorgesetzt  haben.
Traben-Trarbach  gilt  auch  als  Ausgangspunkt  für  kleinere
und  grössere  Ausflüge.  Ausser  den  schon  erwähnten  sind  noch
zu  empfehlen  eine  Wanderung  auf  den  Hunsrück  über  Irmenach,
  Büchenbeuren  und  Kirchbach  nach  Simmern,  oder
über  Bad  Wildstein,  Kautenbach,  Longkamp  nach  Morbach
und  Hütgeswasen,  dem  höchstgelegenen  Orte  der  Rheinprovinz.
  In  beiden  Richtungen  führt  von  Trarbach  eine  Personenpost.
  Ganz  besonders  aber  lockt  das  nahe  Kautenhachthal,
  durch  welches  auch  der  Weg  über  die  Höhe  nach  Bernkastel
  führt.
Das  Kautenbachthal  hat  durch  seine  Schönheit  und
durch  das  Bad  Wildstein  einige  Berühmtheit  unter  den
Seitenthälern  der  Mosel  erlangt.  Auf  sanft  ansteigender
Strasse  kommt  man  an  Mühlen  vorbei  zu  einer  Wirtschaft,
»Gräßs  Mühle«.  4  kra  von  Trarbach  liegt  in  dem  engen,  schön
bewaldeten  Thal  Bad  Wildstein.  Gasth.  von  F.  Fass,  30  Betten,
N.  u.  F.  2,50  M.,  M.  2  M.,  P.  von  4,50—5  M.  nicht  unter
7  Tg.;  zur  Stadt  Trarbach;  zur  Erholung.  Die  29°  R.  warmen
Quellen  sind  schon  vor  160  Jahren  durch  Bergbau  erschlossen
worden,  blieben  aber  unbenutzt,  bis  der  Trarbacher  Bergwerksverein
  die  ergiebige  Quelle—1000  1  Inder  Std.—  durch
            
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