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Traben ist uralt, wie dort aufgefnndene römische Münzen aus
der Zeit Konstantins und ausgebaggerte keltische Waffen beweisen.
Im Mittelalter hatte die Abtei Himraerode hier bedeutende Güter.
Da der Ort unbefestigt war, hatte er in Kriegszeiten viel zu leiden,
und oft flüchteten die erschreckten Einwohner in das nahe wohlbefestigte
Trarbach. Als Teil der Grafschaft Sponheim führte Traben
1556 mit Trarbach die Reformation ein. Einer der Geistlichen des 17.
.Tahrh. hat sieh durch das Sammeln von geschichtlichen Nachrichten
über diesen Ort verdient gemacht. 1816 kam Traben mit den andern
Orten der Sponheimischen Herrschaft an Preussen.
Durch die Fähre mit Traben und dadurch auch mit der
Nebenbahn verbunden, liegt gegenüber die Stadt
Trarbach (r.) [Travendrebach, d. i. Trabener Bach]; Anlegestelle
der Dampfboote und Agentur. Gasthöfe: Adler,
Z. u. F. 2,25—2,50 M., M. 2 M., P. 5 M.; Bellevue, Z. u.
F. 2,50 M., M. 1,80 M., A. 1—1,25 M., P. 4—5 M.; Zum
Weinberg, Z. u. F. 1,50—2.00 M., M. 1,50 M., P. 4 M.; Zur
Gräfinburg, Z. u. F. 1.50 M., M. 2 M., P. 4M.; Brauneburg,
14 Betten, Z. u. F. 1,70 M., M. 2 M., P. 4 M.; Rest, zum
Weinstock, Rest. Fritz Sprungmann.
Wie um Traben, so auch hier lebhafter Weinbau. Die besten
Lagen sind Ungsberg, Hühnerberg und Schlossberg. Trarbach
hat ein schönes Kasino mit vortrefflichen Weinen und herrlichen
Terrassen, die einen Ausblick auf das reizende Thal gestatten. Fremden
ist der Zutritt nach der Vorstellung bei einem Kasinomitglied
gestattet.
Trarbach hat über 2000 Einwohner, deren Hauptbeschäftigung
neben Weinbau und Ackerbau und Gerbereien vorzugsweise
der Weinhandel ist. Amtsgericht, königl. Gymnasium
(mit Alumnat), höhere Mädchenschule. Die vortreffliche
Verwaltung der Stadt bekundet sich in der Anlage der
Wasserleitung und der elektrischen Strassen- und Hausbeleuchtung,
Einrichtungen, die es mit dem benachbarten
Traben teilt und auch gemeinschaftlich verwaltet. Das Maschinenbaus
befindet sich in Traben. Auch Trarbach zeigt ein
neues Gepräge, weil eine Feuersbrunst im Jahre 1857 die
meisten alten Gebäude in Asche gelegt hat.
Traben und Trarbach eignen sich mehr noch als die
andern bereits erwähnten grösseren Moselorte zu längerem
Aufenthalte. Die wunderiiebliche Lage, die bequemen Spaziergänge,
die herrlichen Aussichtspunkte und die angenehmen
und wohlfeilen Wohnungen machen dies erklärlich. Über der
Stadt ragen die Ruinen der Gräfinburg, eigentlich Grevenburg,
mächtig empor und ziehen das Auge der Wanderer
an. Die Ruine ist in '/4 Std. zu erreichen; auf halber Höhe des
Weges ein Kriegerdenkmal. Von der Ruine prächtige Aussicht.
Die Gräfinburg ist angeblich von der Gräfin Lauretta, urkundlich
jedoch von ihrem Sohne, Johann III., 1350 erbaut. Die Veran¬