Full text : Mosel- und Saarführer

76

Traben  ist  uralt,  wie  dort  aufgefnndene  römische  Münzen  aus
der  Zeit  Konstantins  und  ausgebaggerte  keltische  Waffen  beweisen.
Im  Mittelalter  hatte  die  Abtei  Himraerode  hier  bedeutende  Güter.
Da  der  Ort  unbefestigt  war,  hatte  er  in  Kriegszeiten  viel  zu  leiden,
und  oft  flüchteten  die  erschreckten  Einwohner  in  das  nahe  wohlbefestigte
  Trarbach.  Als  Teil  der  Grafschaft  Sponheim  führte  Traben
1556  mit  Trarbach  die  Reformation  ein.  Einer  der  Geistlichen  des  17.
.Tahrh.  hat  sieh  durch  das  Sammeln  von  geschichtlichen  Nachrichten
über  diesen  Ort  verdient  gemacht.  1816  kam  Traben  mit  den  andern
Orten  der  Sponheimischen  Herrschaft  an  Preussen.
Durch  die  Fähre  mit  Traben  und  dadurch  auch  mit  der
Nebenbahn  verbunden,  liegt  gegenüber  die  Stadt
Trarbach  (r.)  [Travendrebach,  d.  i.  Trabener  Bach];  Anlegestelle
  der  Dampfboote  und  Agentur.  Gasthöfe:  Adler,
Z.  u.  F.  2,25—2,50  M.,  M.  2  M.,  P.  5  M.;  Bellevue,  Z.  u.
F.  2,50  M.,  M.  1,80  M.,  A.  1—1,25  M.,  P.  4—5  M.;  Zum
Weinberg,  Z.  u.  F.  1,50—2.00  M.,  M.  1,50  M.,  P.  4  M.;  Zur
Gräfinburg,  Z.  u.  F.  1.50  M.,  M.  2  M.,  P.  4M.;  Brauneburg,
14  Betten,  Z.  u.  F.  1,70  M.,  M.  2  M.,  P.  4  M.;  Rest,  zum
Weinstock,  Rest.  Fritz  Sprungmann.
Wie  um  Traben,  so  auch  hier  lebhafter  Weinbau.  Die  besten
Lagen  sind  Ungsberg,  Hühnerberg  und  Schlossberg.  Trarbach
  hat  ein  schönes  Kasino  mit  vortrefflichen  Weinen  und  herrlichen
Terrassen,  die  einen  Ausblick  auf  das  reizende  Thal  gestatten.  Fremden
  ist  der  Zutritt  nach  der  Vorstellung  bei  einem  Kasinomitglied
gestattet.
Trarbach  hat  über  2000  Einwohner,  deren  Hauptbeschäftigung
  neben  Weinbau  und  Ackerbau  und  Gerbereien  vorzugsweise
  der  Weinhandel  ist.  Amtsgericht,  königl.  Gymnasium
  (mit  Alumnat),  höhere  Mädchenschule.  Die  vortreffliche
Verwaltung  der  Stadt  bekundet  sich  in  der  Anlage  der
Wasserleitung  und  der  elektrischen  Strassen-  und  Hausbeleuchtung,
  Einrichtungen,  die  es  mit  dem  benachbarten
Traben  teilt  und  auch  gemeinschaftlich  verwaltet.  Das  Maschinenbaus
  befindet  sich  in  Traben.  Auch  Trarbach  zeigt  ein
neues  Gepräge,  weil  eine  Feuersbrunst  im  Jahre  1857  die
meisten  alten  Gebäude  in  Asche  gelegt  hat.
Traben  und  Trarbach  eignen  sich  mehr  noch  als  die
andern  bereits  erwähnten  grösseren  Moselorte  zu  längerem
Aufenthalte.  Die  wunderiiebliche  Lage,  die  bequemen  Spaziergänge,
  die  herrlichen  Aussichtspunkte  und  die  angenehmen
und  wohlfeilen  Wohnungen  machen  dies  erklärlich.  Über  der
Stadt  ragen  die  Ruinen  der  Gräfinburg,  eigentlich  Grevenburg,
  mächtig  empor  und  ziehen  das  Auge  der  Wanderer
an.  Die  Ruine  ist  in  '/4  Std.  zu  erreichen;  auf  halber  Höhe  des
Weges  ein  Kriegerdenkmal.  Von  der  Ruine  prächtige  Aussicht.
Die  Gräfinburg  ist  angeblich  von  der  Gräfin  Lauretta,  urkundlich
  jedoch  von  ihrem  Sohne,  Johann  III.,  1350  erbaut.  Die  Veran¬
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.