Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

Am  8.  November  kamen  die  einst  so  berühmten
Znavcn  der  Kaisergarde  in  ihren  malerischen  Costümcn
und  in  einem  anderen  Zuge  die  kräftigen  Rcitcrgcstalten
der  kaiserlichen  Garde  in  Den  glänzenden  Uniformen  der
Guides,  Dragoner  und  Carabiniers,  zusammen  etwa
5)000  Mann  hier  an,  um  die  „glorreichen  Spuren  ihrer
Väter  in  Deutschland"  als  Gefangene  auszusuchen.
Diese  Ekitclrnpven  stachen  sehr  ab  gegen  die  Jammcrgcstaltcn
  von  französischen  Soldaten,  welche  ihnen  vorangingen
  und  noch  in  vielen  Tausenden  nachfolgten.
Am  1k.  Nov.  Abends  kam  der  größte  Theil  der
kricgsgesangcncn  Garnison  der  Festung  Berdun  hier
durch,  darunter  der  Gouverneur  des  Platzes,  General
Gncriu  de  Waldersbach.  Die  Bewachung  der  Gefangenen
  hauen  Manllschaften  des  60.  Ins.-Regiments.
Ani  12.  kam  die  zweite  Hälfte  der  gefangenen
Besatzung  von  Berdun  hier  an,  um  ihre  unfreiwillige
Reise  nach  dem  Rhein  fortzusetzen.
Das  in  Metz  erbeutete  Kriegsmaterial  wird  auf
80  Millionen  Werth  geschätzt.  Groß  waren  die  Borräthe
  an  Chassepvtgewehrcn,  ohne  diejenigen,  welche
15)0,000  Gefangene  niederlegen  mußten.
Die  Lazarethe  in  Saarbrücken  und  St.  Johann
sind  überfüllt  von  Verwundeten  und  an  Rheumatismus,
Ruhr  und  Dyssmleric  leidenden  Kranken
Am  26.  November  traf  folgende  osficietle  Kriegsnachricht
  hier  ein:  Deetz,  24.  November.  So  eben  hat
Thionville  capitnlirt.  Die  Ucbergabe  erfolgt  nrorgen
früh  1!  Uhr.  Die  Besatzung  ist  über  3000  Mann  stark.
In  der  Nacht  vonr  26.  auf  den  27.  kam  die
kricgsgefangcne  Besatzung  dieser  Festung  hier  durch,
um  nach  Deutschland  weiter  befördert  zu  werden.
Am  29.  November  kam  hier  die  Nachricht  an,
daß  die  15  Meilen  nordöstlich  von  Paris  gelegene
Festung  La  Fcrc  nach  dreitägiger  Beschießung  gleich-
            
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