Am 8. November kamen die einst so berühmten
Znavcn der Kaisergarde in ihren malerischen Costümcn
und in einem anderen Zuge die kräftigen Rcitcrgcstalten
der kaiserlichen Garde in Den glänzenden Uniformen der
Guides, Dragoner und Carabiniers, zusammen etwa
5)000 Mann hier an, um die „glorreichen Spuren ihrer
Väter in Deutschland" als Gefangene auszusuchen.
Diese Ekitclrnpven stachen sehr ab gegen die Jammcrgcstaltcn
von französischen Soldaten, welche ihnen vorangingen
und noch in vielen Tausenden nachfolgten.
Am 1k. Nov. Abends kam der größte Theil der
kricgsgesangcncn Garnison der Festung Berdun hier
durch, darunter der Gouverneur des Platzes, General
Gncriu de Waldersbach. Die Bewachung der Gefangenen
hauen Manllschaften des 60. Ins.-Regiments.
Ani 12. kam die zweite Hälfte der gefangenen
Besatzung von Berdun hier an, um ihre unfreiwillige
Reise nach dem Rhein fortzusetzen.
Das in Metz erbeutete Kriegsmaterial wird auf
80 Millionen Werth geschätzt. Groß waren die Borräthe
an Chassepvtgewehrcn, ohne diejenigen, welche
15)0,000 Gefangene niederlegen mußten.
Die Lazarethe in Saarbrücken und St. Johann
sind überfüllt von Verwundeten und an Rheumatismus,
Ruhr und Dyssmleric leidenden Kranken
Am 26. November traf folgende osficietle Kriegsnachricht
hier ein: Deetz, 24. November. So eben hat
Thionville capitnlirt. Die Ucbergabe erfolgt nrorgen
früh 1! Uhr. Die Besatzung ist über 3000 Mann stark.
In der Nacht vonr 26. auf den 27. kam die
kricgsgefangcne Besatzung dieser Festung hier durch,
um nach Deutschland weiter befördert zu werden.
Am 29. November kam hier die Nachricht an,
daß die 15 Meilen nordöstlich von Paris gelegene
Festung La Fcrc nach dreitägiger Beschießung gleich-