Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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Zeitung" auf grell rothem Papier gedruckt. Die Kauf 
ieutc klagen, daß ohne gut zu schmieren auf der Bahn 
fast gar nicht mehr fortzukommen fei. 
Die Sammlung für die Beschaffung von Särgen 
für die gestorbenen Krieger hat einen guten Fortgang, 
und in großer Anzahl sieht man von Morgens bis in 
den Abend hinein diese letzten Wohnungen nach den ver¬ 
schiedenen Lazarethen hintragen. 
Unter dem 20. September ist nachstehende von den 
städtischen Vertretungen von St. Johann und Saar¬ 
brücken beschlossene und von der Bürgerschaft unter¬ 
zeichnete Adresse an Se. Blase st ät den König abge¬ 
gangen : 
Atterdurchlauchtigster, Großmächtigster König! 
Allergnüdigfter König und Herr! , 
Die Stadtverordneten-Bersammlungen und Bürger 
von Saarbrücken und St. Johann fühlen sich verpflich¬ 
tet, Eurer Majestät ihren tiefgefühlten Dank für die 
rasche Befreiung von einem übermüthigen Feinde zu 
bezeugen, wie auch der hohen Bewunderung Ausdruck 
zu geben, die die großen Siegesthaten unserer hclden- 
müthigen Armee unter Ew. Mas. glorreicher Führung 
hervorgerufen haben. Dessen eingedenk nahen wir Eurer 
Majestät mit dem Gelöbniß, treu auszuharren und . 
auch ferner freudig alle Opfer an Gut und Blut zu , 
bringen, die nöthig sind, um das Ziel zn verwirklichen, ^ 
welches das mächtig erwachte Nationgefühl anstrebt, J 
nämlich die Herstellung eines einigen, freien und mäch- ( 
tigen Deutschlands. j 
Wir vertrauen, daß der hohen Weisheit und Energie, < 
die Ew. Majestät bisher so Großes vollbringen ließen, ( 
es gelingen werde, fremde Einmischung, die uns vor, 
den Schrecken des Krieges nicht zu bewahren vermochte, 
uns aber den Preis des mit dem edelsten Blute er-Z 
kauften Sieges verkümmern will, fern zn halten und
	        

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