Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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t  Theilen  des  Vaterlandes  eintrafen,  können  nicht  genug  ge-)
  lobt  werden;  die  angesehensten  Bürger,  Studenten,
:  Turner  u.  s.  w.  verrichten  ohne  Ostentation  ihr  trau-!
  riges  Geschäft,  dem  sie  sich  opferwillig  und  muthig
freiwillig  widmeten;  man  sieht,  daß  Sorgfalt  und
Menschenliebe  jede  ihrer  Verrichtungen  leitet.
Alle  Lebensmittel  gehen  erschrecklich  in  die  Höhe
und  das  Nothwendigste  ist  oft  um  keinen  Preis  zn
erhalten.  Die  Noth  ist  groß,  doch  ist  es  herzerhebend
zu  sehen  und  zu  hören,  mit  welcher  Bereitwilligkeit
der  bedrängten  Stadt  von  allen  Seiten  Zufuhren  au
Lebensmitteln  zugehen.  Von  Elberfeld,  Frankfurt,  Cöln,
Düsseldorf,  Trier,  Essen,  Siegen  und  vielen  anderen
Städten  kommen  zahlreiche  Waggonladungen  für  die
Verwundeten  und  Nothleidenden  an.  Auch  die  Deutschen
  im  fernsten  Auslande  zeigen  an,  daß  Hülfe  von
ihrer  Seite  unterwegs  sei.
Aus  Holland  traf  am  18.  ein  auf's  Beste  und
Praktischste  eingerichtetes  Feldlazareth  hier  ein  und  hat
zugleich  eine  Anzahl  männliche  und  weibliche  Bedienung
  mitgebracht.  Es  war  in  dem  Hof  der  Kaserne
Nr.  2  aufgeschlagen  und  ein  wahres  Muster  von  Ordnung,
  Zweckmäßigkeit  und  Reinlichkeit.
Zeitungen  bringen  die  Nachricht,  daß  der  Füsilier
Krause  vom  40.  Regiment,  welcher  hier  bei  einem  Vorpostengefecht
  die  Todtenliste  der  franz.  Armee  mit  dem
ersten  Namen  versah,  bei  dein  Sturm  auf  die  Spich
erer  Höhen  gefallen  ist.
Saarbrücken  und  St.  Johann  waren  am  19.
August  in  freudigster  Aufregung.  Ein  offizielles  Tele
gramm  an  Ihre  Majestät  die  Königin  wird  veröffent
licht:  „Bivouac  bei  Rezonville,  18.  August,  Abends
9  Uhr.  Die  französische  Armee  in  sehr  starker  Stellung
  westlich  von  Metz  ist  heute  unter  Meiner  Führung
  angegriffen  und  in  neunstündiger  Schlacht  voll-
            
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