Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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haben ihre Schuldigkeit gethan und ihrem und bciti 
deutschen Namen Ehre gemacht! 
Aber wie war die sonst so ruhige und regelmäßig,! 
Physiognomie unserer beiden Städte aus einmal so eint 
ganz andere; sie glichen Beide mit sammt der Umge 
gend nur einem großen Heerlager. Regimenter auf 
Regimenter aller Waffengattungen, Mnnitions-, Pro 
viaut- und Sanitäts-Colounen eilen Tag und Nach 
über die Grenze und die öffentlichen und größeren Plätz, 
sind mit Fuhrwerken der verschiedensten Art gespcrr 
und angefüllt. Die Schulen sind geschlossen und ii 
Lazarethe umgewandelt; auf Wagen und Tragbahrei 
werden die Verwundeten eingebracht; Aerzte, Johanniter 
Malthescr, Diakonc und Diakonissinnen, Schwestern uni 
Brüder aller nur erdenklichen Orden beleben die Straßen! 
vor dem Gymnasium ist eine dichte Lohschichtc ausge 
warfen, um die durch die durchziehenden ArtillcrietrainS 
und andere schwere Fuhren verursachte Erschütterung 
zu mildern und vor dem Eingänge stehen permanent 
zwei von den Sanitätswagen, von denen das Genfer 
rothe Kreuz in weißem Felde flattert. Mit Stroh 
belegte Wagen fahren vor; das Publikum kennt ihre 
Bestimmung und wendet sich ab; die Todten werden 
aufgeladen und hinausgefahren, wo Hunderte von Mi 
litärs beschäftigt sind, den Gefallenen der treuen Wacht 
am Rhein das große Grab im Ehrcnthal zu bereiten; 
eine große Anzahl, namentlich Offiziere, ist auch aus 
dem Friedhof beerdigt worden. Nach allen Straßen 
hin sieht man Särge tragen; der Tod hielt unter den 
Verwundeten große Ernte. 
Am i>. August, also Tage nach der Schlacht, 
waren noch nicht alle Gefallenen begraben, und auch 
Verwundete, Preußen und Franzosen, werden noch im¬ 
mer eingebracht, vor, denen viele zwei schreckliche 
Nächte oft ohne jede Hülfe zubrachten, weil sie nicht
	        

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