Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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Sieger und unter dem Schutz ihrer Artillerie zogen 
sich die Franzosen in wilder Flucht zurück, begünstigt 
von der Nacht, die ihren dunklen Schleier über dos 
mit Todten und Verwundeten besttete Schlachtfeld 
ausbreitete. 
Daß die Franzosen ihre Stellung für uneinnehmbar 
hielten, dafür liegt der Beweis auch darin, daß ganze 
Compagnien mit znfammengestclltem Gewehr von den 
Preußen überrascht worden find und ein vollständiges 
Zeltlager und das Gepäck einer ganzen Division und 
über taufend Gefangene in unsere Hände fielen. Wäh¬ 
rend des ganzen Nachmittags zogen Männer und Frauen 
zu Fuß und 31t Wagen mit Allem hinaus, was zur 
Labung und Linderung der Verwundeten bienen konnte, 
Jünglinge und Jungfrauen legten einen Herroismus an den 
Tag, der es verdient, mit goldenen Buchstaben in die Ge 
schichte des deutschen Volkes eingeschrieben zu werden; 
ich will es heute unterlassen, Scenen zu schildern, 
welche wohl die Schmerzensthränen in das Auge rufen, 
zugleich aber auch das Herz höher schlagen machen 
und die Gewißheit in unsere Seele rufen, daß ein 
solches Volk, daß das deutsche Volk nimmermehr zu 
Schanden werden wird! 
Zur näheren Orientirnng möge folgende Relation 
dienen, welche der „Staats-Anzeiger" über die Schlacht 
brachte : 
Am Vormittag des <>. August stand das 7. Armee- 
Corps mit seiner Avantgarde bei Gnichcnbach, s/4 Meilen 
nordwestlich Saarbrücken, Vorposten an der Saar. 
Der Feind hatte in der Nacht zum 6. die Stel¬ 
lung am Exercierplatze von Saarbrücken geräumt. 
Die Cavallerie-Division Rheinhaben passirte am 
<>. gegen 12 Uhr Mittags die Stadt. Zwei Esca¬ 
drons bildeten die Avantgarde. Diese erhielten Feuer 
von den Höhen bei Spicheren, sobald sie über dem
	        
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