Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

—  Z9  —
Sieger  und  unter  dem  Schutz  ihrer  Artillerie  zogen
sich  die  Franzosen  in  wilder  Flucht  zurück,  begünstigt
von  der  Nacht,  die  ihren  dunklen  Schleier  über  dos
mit  Todten  und  Verwundeten  besttete  Schlachtfeld
ausbreitete.
Daß  die  Franzosen  ihre  Stellung  für  uneinnehmbar
hielten,  dafür  liegt  der  Beweis  auch  darin,  daß  ganze
Compagnien  mit  znfammengestclltem  Gewehr  von  den
Preußen  überrascht  worden  find  und  ein  vollständiges
Zeltlager  und  das  Gepäck  einer  ganzen  Division  und
über  taufend  Gefangene  in  unsere  Hände  fielen.  Während
  des  ganzen  Nachmittags  zogen  Männer  und  Frauen
zu  Fuß  und  31t  Wagen  mit  Allem  hinaus,  was  zur
Labung  und  Linderung  der  Verwundeten  bienen  konnte,
Jünglinge  und  Jungfrauen  legten  einen  Herroismus  an  den
Tag,  der  es  verdient,  mit  goldenen  Buchstaben  in  die  Ge
schichte  des  deutschen  Volkes  eingeschrieben  zu  werden;
ich  will  es  heute  unterlassen,  Scenen  zu  schildern,
welche  wohl  die  Schmerzensthränen  in  das  Auge  rufen,
zugleich  aber  auch  das  Herz  höher  schlagen  machen
und  die  Gewißheit  in  unsere  Seele  rufen,  daß  ein
solches  Volk,  daß  das  deutsche  Volk  nimmermehr  zu
Schanden  werden  wird!
Zur  näheren  Orientirnng  möge  folgende  Relation
dienen,  welche  der  „Staats-Anzeiger"  über  die  Schlacht
brachte  :
Am  Vormittag  des  <>.  August  stand  das  7.  Armee-Corps
  mit  seiner  Avantgarde  bei  Gnichcnbach,  s/4  Meilen
nordwestlich  Saarbrücken,  Vorposten  an  der  Saar.
Der  Feind  hatte  in  der  Nacht  zum  6.  die  Stellung
  am  Exercierplatze  von  Saarbrücken  geräumt.
Die  Cavallerie-Division  Rheinhaben  passirte  am
<>.  gegen  12  Uhr  Mittags  die  Stadt.  Zwei  Escadrons
  bildeten  die  Avantgarde.  Diese  erhielten  Feuer
von  den  Höhen  bei  Spicheren,  sobald  sie  über  dem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.