Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

wurden  immer  seltener,  am  späten  Nachinittag  war
keiner  mehr  zu  erblicken  und  so  wie  sie  verschwanden,
verschwand  auch  das  lothringische  Gesindel,  das  sich
mit  ihnen  in  unseren  Städten  eingefnnden  hatte.  Die
Zelte  schwanden  ans  den  Höhen  „Winterberg"  und
„Triller"  und  man  sah,  wie  die  Rothhosen  colounenweise
  abzogen.  Wohin?  vielleicht  die  Preußen  auszusuchen,
  die  in  den  Ortschaften  und  Wäldern  des  Kötterthales
  lagerten  —  oder  gingen  sie  weiter  fort  über  die
Grenze  zurück?  so  fragte  man  sich,  aber  erst  der  kam
wende  Tag  sollte  blutige  Antwort  geben.
Me  Schlacht  an  den  Spicherer  Lohen.
Am  6.  des  Morgens  rückten  die  ersten  preußischen
Truppen  nach  Saarbrücken;  cs  waren  Mannschaften
des  siebenten  Armeekorps,  das  mit  seiner  Avantgarde
nordwestlich  von  hier  bei  Gnichenbach  stand;  Artillerie
und  Infanterie,  von  der  Bevölkerung  mit  Jubel  be
grüßt,  und  gespeist  und  getränkt  von  Reich  und  Arm.
Gegen  Mittag  rückte  die  Kavalleriedivision  durch,  und
kaum  war  ihre  Avantgarde  über  die  Hochebene  und
den  Exereierplatz  hinaus,  so  entwickelte  sich  auch  schon
der  Kampf;  der  Feind  hatte  sich  festgesetzt  und  verschanzt
  ans  den  Spicherer  Höhen.  Diese  Höhen  ziehen
sich  südwestlich  und  kamn  eine  Stunde  von  unserer
Stadt  liltks  ltub  nicht  weit  von  der  Chanssee  von  hiernach
  Forbach  hin  ;  sie  überragen  wohl  an  hundert  Fuß
das  tiefe  Thal,  das  sich  westlich  nach  Frankreich  hin
erstreckt.  Die  Spicherer  Höhen  bilden  in  der  That
eine  natürliche  Festung,  sie  fiitb  theilweise  bewaldet
und  mit  vier  klnftartigcn  Einschnitten  versehen,  irr
welchen  die  Franzosen  einen  Hinterhalt  hatten,  ans
dem  vertrieben  zu  werden  sie  sicherlich  nicht  dachten.
Sie  entwickelten  immer  größere  Massen  und  gaben  ein
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.