Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

aus  der  Hand  fällt.  Dann  wendet  sich  unser  Husar
und  reitet  in  scharfem  Trabe  der  Brücke  zu;  jetzt
fallen  einige  Schüsse  van  Franzosen,  die  sich  bis  an
die  Ecke  des  Georg  Schmidborn'schen  Hauses  vorgewagt
  hatten;  der  Husar  stürzt  mit  seinem  Pferd
zwischen  den  Häusern  von  Karl  Schultz  und  Fritz
Baum,  rafft  sich  mit  Hülfe  eines  herbeieilenden  Bürgers
  wieder  ans  und  sprengt  über  die  Brücke  nach  St.
Johann,  wo  er  mit  allgemeinem  Hnrrah  empfangen
wird.  Die  französischen  Kugeln  haben  ihn  nicht  ge
troffen,  doch  soll  er  durch  den  Sturz  eine  starke  Kopfverletzung
  davon  getragen  haben.  Mit  welcher  Ruhe
die  Franzosen  ihr  Feuer  abgegeben  haben,  bezeugt  die
Thatsache,  daß  eine  dem  davoneilenden  Husar  zugedachte
  Kugel  hoch  oben  in  das  dritte  Stockwerk  eines
Hauses  einschlug.
Heilte  noch  uiib  noch  lange  wird  der  Braunschweiger
  Husar  ill  den  Kriegserinncrungen  von
Saarbrücken  eine  stehende  Figur  bilden;  wenn  die
Rede  auf  die  drei  Tage  kommt,  wo  Saarbrücken  von
den  Franzosen  besucht  und  heimgesucht  war  —  besetzt
kann  man  nicht  sagen,  —  denn  kein  einziger  war  hier
einquartirt  und  des  Abends  zogen  sie  sich  jedesmal
frühzeitig  in  ihre  Bivouaks  ans  die  umliegenden  Höhen
zurück  —  und  nach  den  ernsten  Erscheinungen  auch  die
heiteren  erzählt  lverdeil,  so  kann  man  zehn  gegen  eiils
wetten,  daß  irgclld  ein  guter  Saarbrücker  leuchtenden
Auges  ausruft:  „Das  Schönste  aber  war  der  Braun
schweizer  Husar!"  der  vielleicht  gar  keine  Ahllnng  hat
von  der  Rolle,  die  er  in  der  Saarbrücker  Chronik
spielt,  vielleicht  auch  schon  längst  eingebettet  ist  in
Frankreichs  Erde,  wo  so  viele  Tausende  treue  deutsche
Heldenherzen  ihre  Ruhe  fanden.
Als  der  Brannschweiger  längst  fort  und  ans
Freude  über  sein  gelungenes  Bravonrstückchen  einen
            
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