Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

einige  Schüsse  tu  der  Richtung  nach  der  Allee  ab.
Plötzlich  sprengt  ein  einziger  Husar  über  die  Brücke,  i
Am  Saarbrücker  Ende  der  Brücke  ist  ein  französischer
Offizier  mit  15  Mann  aufgestellt,  er  weist  seine  Leute
an,  nicht  eher  zn  schießen,  als  bis  er  befehle;  der
Husar  kommt  herangesprengt,  der  Offizier  vergißt  zu  ;
befehlen,  die  Soldaten  vergessen,  daß  sie  die  wunder-  |
wirkenden  Chassepots  in  Händen  haben,  und  alle  suchen  !
ihr  Heil  in  wilder  Flucht.  Es  war  ergötzlich  anzn-  !
sehen,  wie  die  weißen  Gamaschen  sich  wie  Wind-  !
mühlenflügel  auf  den  rothen  Hintern  abzeichneten.  -
Die  tapferen  Herren  laufen  die  Hohlgasse  hinauf  auf  p
den  Schloßplatz,  reißen  auch  die  einzelnen  Soldaten,
die  da  sich  befinden,  mit  sich  fort,  die  fliehen  mit  Zu-  ,
rücklassnng  ihrer  Eimer  und  Gewehre  und  Einer  läßt
beim  Eingang  der  Thalgasse  in  seiner  Angst  einen
Topf  Milch  fallen,  so  daß  die  weiße  Blutlache  noch
nach  Stunden  zn  sehen  war.
Der  Offizier  findet  Ruhe  in  der  Hintergasse  am
Marianneu-Institut.  Der  Husar  war  ihnen  bis  an
die  Schloßkirche  nachgesprengt,  und  hatte  den  Geling
stigten  zur  größeren  Beschleunigung  ihrer  Flucht  einen
Schuß  nachgesendet.
Da  einige  von  der  Leonidasschaar  sich  mit  die
Ecke  von  Kaufmann  Karl  Schultz  in  Sicherheit  ge
bacht  hatten,  so  wirst  der  Husar  sein  Pferd  herum,
ladet  seinen  Carabiner  und  reitet  im  Galopp  bis  vor
das  Hans  des  Kaufmanns  W.  Hartung.  Die  ersten
Flüchtlinge  waren  in  der  Neugasse  und  in  der  Krahnengasse
  verschwunden,  und  war  der  Husar  in  der  Lage,
einen  Schuß  auf  6  mit  Flinten  bewaffnete  Marodeure,
welche  sich  durch  gute  Worte  bei  dem  Kaufmann  Herrn
Fritz  Ouien  jeder  eine  Flasche  Wein  geholt  hatten,
abzufeuern.  Der  Schuß  hatte  keine  andere  Wirkung,
als  daß  einem  der  flüchtig  eilenden  Sechs  seine  Flasche  I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.