Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

während  des  Kampfes  jedoch  hat  glücklicherweise  keine  '
einzige  Civilpersou  eine  Verwundung  davongetragen.  !
War  der  2.  August  für  die  durch  und  durch
patriotisch  und  deutsch  gesinnten  Saarbrücker  ein  Tag
tiefer  Trauer,  ob  der  Schmach,  die  Erbfeinde  a»i
deutschem  Gebiet  zu  wissen  und  in  unsern  Straße»
umherschlendern  zu  sehen,  so  hatte  dieser  Tag  doch
auch  viel  Tröstliches  für  uns  alle.  Wir  haben  gesehen
und  der  Feind  hat  cs  erfahren,  welcher  Muth,  welchc!
Ausdauer  und  Kraft  sich  von  Seiten  unserer  Truppe»!
entwickelte;  Jedermann  sagte  sich,  daß,  wenn  die  ganze!
deutsche  Armee  von  demselben  Geist  imb  Willen  beseel!!
ist,  wie  die  braven  40er  Füsiliere  es  waren,  die  fran!
zösische  Armee  wohl  schwerlich  an  den  Rhein  komme»
würde.  Von  den  40er  Füsilieren  ivar  jeder  ein  Held!
>lnd  so  lange  Saarbrücken  besteht,  wird  an  ihre  Thäte»
und  Fahne  sich  die  dankbare  Erinnerung  der  Einwohner!
schaft  knüpfen.  Die  Hoffnung  der  von  Zorn  und!
Trauer  erfüllten  Patrioten  auf  den  Sieg  der  deutsche»!
Sache  ward  durch  den  ersten  größeren  Kampf  am  2.1
August  nur  gestärkt,  und  allgemein  war  die  Ueberzeugung,
  daß  Saarbrücken  nicht  lange  von  den  Franzose»!
besetzt  sein  würde.
Es  war  einige  Tage  vor  der  französischen  Invasion,!
als  ein  höherer  preußischer  General  zil  einem  hiesige»
Bürger,  als  dieser  sich  darüber  wunderte,  daß  ma»
Saarbrücken  nicht  hinlänglich  durch  Truppen  zu  schützen
gesucht  habe,  sagte:  „Das  hat  Alles  seine  Ursache,
lieber  Mann,  und  auf  einen  oder  zwei  Tage  müßt
Ihr  Euch  die  Franzosen  schon  gefallen  lassen  —  länger
nicht!"  Und  diesen  Ansspruch  theilte  man  sich  jetzt,!
wo  sie  unsere  ungebetenen  Gäste  waren,  händedrückendr
gegenseitig  mit  und  Niemandem  ist  es  eingefallen,  auch»
nur  im  Geringsten  daran  zu  zweifeln.  Wenn  bies
Franzosen  in  den  hiesigen  Wirthschaftslokalen  mit  ihrem
            
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