Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

-!  Von  den  Preußen  sollen  circa  30  Verwundete
j  und  Versprengte  von  den  Franzosen  in  Forbach  einge-,
  bracht  worden  sein.
f  Um  6  Uhr  Abends  wimmelt  die  Stadt  von  rothen
,  Hosen.  Es  ist  manche  Ungebührlichkeit  vorgekommen,
,  besonders  hatten  die  allein  stehenden  Hauser  und  die
i  Läden  und  Wirthshäuser  Vieles  zu  leiden.  Der  Bier-\
  feiler  des  Brauers  Herrn  Frd.  Zix  am  Hahnen  und
:j  der  des  Herrn  Witt  am  Hexenberg  sind  von  Marodeurs
:  gänzlich  geleert  und  verwüstet  worden;  auch  das  dem
Kaufmann  Herrn  I.  B.  Müller  gehörende  Deutschhaus
ist  in  der  zweitfolgenden  Nacht  in  Brand  gesteckt  und
i  sämmtliche  sehr  bedeutende  Vorräthe  geraubt  worden;
,  das  Wohnhaus  und  die  daranstoßende  Scheune  ganz
,  abgebrannt,  die  Kirche  nnd  die  Stallungen  blieben
!  ziemlich  verschont.
Im  Allgemeinen  jedoch  ist  nicht  so  viel  Unheil
angestellt  worden,  als  man  nach  dem  wüsten  Aussehen
der  in  einzelnen,  ungeordneten,  jedoch  alle  bewaffneten
Banden  die  Stadt  durchziehenden  Feinde  wir  zu  bc
fürchten  allen  Anlaß  hatten.  Die  Offiziere  benahmen
sich,  so  viel  bekannt  geworden  ist,  alle  anständig,  sanften
  und  bezahlten  alles,  was  sie  brauchten,  nnb  nahmen,
so  viel  sie  vermochten,  das  Privateigenthum  in  Schutz.
Requisitionen  sind  nicht  vorgekommen  und  haben  die
Franzosen  den  Bürgern  von  Saarbrücken  und  St.  Johann
  deren  altbekannte  deutsch-patriotische,  franzosenfeindliche
  Gesinnung  nicht  entgelten  lassen.
Einzelne  Privathänscr  waren  während  des  Kampfes
einem  sehr  heftigen  Feuer  ausgesetzt;  so  hat  namentlich
das  nach  der  nenen  Einthcilung  jetzt  mit  No.  41  bezeichnete
  Hans  in  der  Obergasse,  der  Frau  Wittwe
Depps  gehörend,  sehr  gelitten;  Dutzende  von  Kugeln
trafen  dasselbe  nnd  richteten  mannigfachen  Schaden  an,
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