Full text: Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

fjomtcr Seite wieder auf und eröffnet ein lebhaftes 
Feuer gegen die Allee hin. Auch dieses Feuer hört 
auf und mit Trauer im Herzen hören wir von Saar¬ 
brücken aus das Hornsignal: „Füsiliere kehrt zurück 
rc. re." Das Schießen hat im Allgemeinen ein Ende, 
nur hie und da flackert das Gefecht noch einmal auf. 
Als bereits die Ueberbleibsel der beiden Compagnien 
über die Brücken abgezogen waren, nimmt Landwehr- 
Lieutenant Assessor Meyer vom 1. Bataillon, der mit 
einer Patrouille über die Brücke gekommen war, unter 
den Kugeln der Franzosen mit einem Unteroffizier und 
wenigen Mann eilten französischen Offizier und Sol¬ 
daten gefangen und führt sie nach St. Johann ab. 
Auf alle Einzelnheit.eu einzugehen, alle die Brat 
vourstücke anzuführen, welche von Mund zu Mund 
gehen, würde zu weit führen; einzelne Patrouillen, ja 
einzelne Blaun, haben ganze Abtheilungen des Feindes 
viertclstnndcnlang aufgehalten. 
Das l. illid 3. Bataillon sind eigentlich gar nicht 
in das Gefecht eingetreten, sie wurden durch Granat¬ 
feuer von dem Ueberschreiten der Brücke abgehalten 
und es würde ihr Erscheinen ans dem Kampfplatz die 
Franzosen, welche sämmtliche Höhen über Saarbrücken 
bereits inne hatten, nicht haben aufhalten können, 
aber auch sie hatten Todte und Verwundete genugsam 
auszuweisen. 
Der Verlust all Todten kann nicht angegeben 
werden, da ein Theil derselben von den Franzosen be¬ 
graben worden ist; an Verwundeten hatte das Bataillon 
circa 50 Mann, darunter Lieutenant von Schilgen ulrd 
Lieutenant Konaski. 
Die Franzosen hatten nach Aussage vieler franzö¬ 
sischer Soldaten, die bei ihren Besuchen in hiesiger 
Stadt mit den Bürgern in vertrauliche Unterhaltnilg 
kamen, 70—80 Todte und circa 300 Verwundete.
	        

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