Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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ließ,  ist  durch  einen  Gedenkstein  bezeichnet.  Den  Stein
hat  man  schon  einige  Male  erneuern  müssen,  weil
seine  Theile  als  „Andenken"  verschwanden.
Siebenzehn  Jahre  sind  seit  dieser  Zeit  vergangen
und  Glück  und  Frieden  war  bisher  dem  deutschen
Volke  beschieden.  Da  plötzlich  brach  in  diesem  Jahre,
dem  verhängnißvollen  1888,  das  Schicksal  über  uns
herein.  Der  fromme  Heldenkaiser  verschied  am  9.
Marz  1888,  und  der  schwer  erkrankte  Kronprinz,  der
mit  Aufopferung  feiner  letzten  Kräfte  aus  dem  Süden
kam  und  die  Negierung  übernahm,  wurde  auch  fchon
wieder  nach  3  Monaten  einer  segensvollen  Regierung
aus  dieser  Welt  abberufen  und  von  seinen  schrecklichen
Leiden  erlöst.
Gefallen,  ach!  ist  Deutschlands  schönste  Eiche,
I»  deren  Schatten  in  dem  neuen  Reiche
Des  Volkes  schönste  Hoffnung  war  erblüht;.
Der  helle  Stern,  nach  dem  es  freudig  schaute
In  Stnrmcsdrohn  und  wenn  ein  Nebel  graute
An  Deutschlands  Himmel,  ach!  ist  still  verglüht!
Gott  hat  es  so  gewollt!  Seiner  Fügung  müssen
wir  uns  beugen.  Aber  Gott  verlaßt  Deutschland  nicht;  er
hat  itns  einen  neuen,  thatkräftigen,  ebenfalls  für  das  Wahre
itnd  Gute  begeisterten  Kaiser  erstehen  lassen,  der  sich
die  Liebe  seines  Volkes  bereits  fest  errungen  hat.
Verjüngt  in  Kaiser  Wilhelm  har  aufs  Nene
Sich  prenß'scher  Herrschersinn  und  deutsche  Treue,
Die  sich  ans  Volkcskraft  und  r'iebe  stützt.

Und  niemals  wohl  gleichwie  in  diesen  Stunden
War  Deutschlands  Thron  und  Volk  so  fest  verbunden
In  alter  riebe  und  in  Einigkeit;
Und  an  den  Grüften  seiner  edlen  Helden
Tönt  laut  der  heil'ge  Schwur  in  alle  Welten:
D  c  m  K  a  i  s  e  r  treu  in  alle  Ewigkeit!

Conrad  Herrmann.
S  a  a  r  b  r  ü  ck  e  n,  den  12.  Juli  1888.

Kühn'sche  Biichd.riickerei,  St.  Johann  a.  d.  Saar.
            
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