Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

Nation  und  das  vielgeprüfte  Land  eine  geordnete  Regierung
  gewinne.  Das  kaiserliche  französische  Gouvernement
  hat  den  Vorwand  genommen,  hieraus  einen
Kriegsfall  ztt  stellen  und  denselben  auch  nach  Beseitigung
  des  Borwandes  festgehalten.  Hat  Deutschland
die  Vergewaltigung  früherer  Jahrhunderte  ertragen,  so
trägt  es  heute,  wo  es  die  durch  die  Befreiungskriege  angefangene
  Einigung  der  deutschen  Stämme  verbindet,
in  sich  selbst  die  Kraft  zur  Abwehr  erneucter  französischer
  Gewaltthat.
„Es  ist  keine  Ueberhebung,  welche  Mir  diese
Worte  in  den  Mund  legt;  die  verbündeten  Regierungen,
wie  Ich  selbst,  wir  handeln  in  dem  vollen  Bewnßtscin,
  daß  Sieg  und  Niederlage  in  den  Händen  des
Lenkers  der  Schlachten  ruhen.  Wir  haben  mit  klaren
Blicken  die  Verantwortlichkeit  ermessen,  welche  vor  den
Gerichten  Gottes  und  der  Menschen  Den  trifft,  der
zwei  große  und  friedliche  Völker  tut  Herzen  Enropas
zu  verheerenden  Kriegen  treibt.
„Das  detltsche,  wie  das  französische  Volk,  beide
die  Segnungen  christlicher  Gesittung  und  steigenden
Wohlstandes  gleichmäßig  genießend  und  begehrend,  sind
ztt  einem  heilsameren  Wettkampfe  berufen,  als  zu  dem
blutigen  der  Waffen.  Doch  die  Machthaber  Frank
reichs  haben  es  verstanden,  das  wahlberechtigte,  aber
reizbare  Selbstgefühl  unseres  großen  Nachbarvolkes
durch  berechnete  Mißleitung  für  persönliche  Interessen
uitb  Leidenschaften  auszudeuten."
„Je  inehr  die  verbündeten  Regierungen  sich  bewußt
sind.  Alles,  was  Ehre  uitb  Würde  gestattet,  gethan  ztt
haben,  um  Europa  die  Segnungen  des  Friedens  zu
bewahren,  und  je  ttnzweideutiger  es  vor  Aller  Augen
liegt,  daß  matt  uns  das  Schwert  iu  die  Hand  gezwungen
hat,  mit  tun  so  größerer  Zuversicht  wenden  wir  uns,
gestiitzt  auf  den  einmüthigen  Willen  der  deutschen  Re¬
            
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